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Bartoli: Rossini-Musik ist wie Champagner

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Bartoli: Rossini-Musik ist wie Champagner

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Sie gehört sie zu den ganz großen Stars der Opernwelt: Cecilia Bartoli. Die Mezzosopranistin ist nicht nur künstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele in Salzburg, sie steht auch selbst auf der Bühne. Das Motto in diesem Jahr lautet „Rossinissimo“.

Bartoli schwärmt, “ich habe mich entschieden, das Festival Rossini zu widmen, weil er meine erste Liebe war. Ich habe meine Karriere mit seiner Musik begonnen.”

Es war Rossinis “La Cenerentola“, die den italienischen Komponisten weltweit berühmt machte. Das Gesellschaftspiel beruht auf dem Märchen des “Aschenputtel”.

Ein Märchen, das in Salzburg sehr moderne Züge hat. “Es ist ein neuer Ansatz für die Rolle der Angelina. Sie ist moderner. Sie muss hart arbeiten. Ich fühle mich Angelina nah, denn auch ich bin ein Arbeitstier,” meint Bartoli schmunzelnd.

Die Oper wurde von Damiano Michieletto neu inszeniert und spielt in der heutigen Welt: in einem Selbstbedienungsrestaurant und einer Diskothek.

Aber auch Rossinis Partituren haben für Bartoli immer wieder Neues zu bieten: “Die Rolle ist sehr spannend, denn die Musik ist interessant. Jedes Mal wenn ich Angelina singe, geht mir durch den Kopf: “Wow, ich entdecke die Musik neu”. Und immer wieder denke ich auch: “Ah, das wusste ich noch gar nicht.” Das ist so besonders an Rossini, es ist immer ‘work in progress’ – man muss immer daran feilen.”

An jedem Detail wird auch hinter den Kulissen gefeilt. Die Vorbereitungen für die mehr als 100 Kostüme haben bereits vor einem Jahr begonnen. Dorothea Nicolai ist die Herrin dieser Schatzkammer. “Es ist jedes Mal ein faszinierender Prozess, wie aus einer Idee dann eine Zeichnung wird, dann ein Stoff. Die Kostüme sind ja wie eine Zeitreise, Zeitreise in Länder oder auch in gesellschaftliche Schichten,” meint Nicolai.

Es herrscht geschäftiges Treiben: Stoffe müssen ausgesucht, Kostüme genäht und Perücken hergestellt werden. Teamwork, Leidenschaft und Fantasie sind dabei gefragt. Die Kostümdirektorin kennt Cecilia Bartoli seit über 20 Jahren. Sie stellt sicher, dass jedes Detail perfekt sitzt, denn “ich empfinde es wichtig, dass der Sänger das Kostüm als Sicherheit und Unterstützung empfindet, dass man sich selbst mag und das Kostüm komplett vergessen kann.”

Ein gut sitzendes Kostüm ist die halbe Miete. Der Rest muss von innen kommen. Bartoli schwärmt, “ich liebe, was ich mache, und das tue ich mit sehr viel Energie und Leidenschaft. Ich denke, Leidenschaft ist die wichtigste Eigenschaft. Diese Musik muss lebendig und spritzig interpretiert werden, wie Champagner. Das ist Rossini-Musik.”