Eilmeldung

Eilmeldung

Der ganze Koons im New Yorker Whitney

Sie lesen gerade:

Der ganze Koons im New Yorker Whitney

Schriftgrösse Aa Aa

Das New Yorker Whitney Museum of American Art feiert Jeff Koons, den Meister knackiger Ballonskulpturen. Er gilt als einer der erfolgreichsten und teuersten Künstler der Welt. Seine in Serie gefertigten Skulpturen erreichen Höchstpreise auf dem Markt. Die Schau zeigt den ganzen Koons, von kleinen Statuetten über wandfüllende Bilder bis zum berühmten Lackpudel. Rund 150 Objekte füllen den Bau an der Madison Avenue. Manche waren noch öffentlich zu sehen.

Scott Rothkopf, Kurator, Whitney Museum of American Art: “Ich wollte, dass zwischen dem Besucher und Jeffs Arbeiten ein Spannungsfeld entsteht. Die Werke sind für das breite Publikum sehr zugänglich. Sie sprechen aber auch auf sehr subtile Weise die Kenner der Kunstwelt an. Nur wenigen gelingt es, auf diesen beiden Ebenen zu kommunizieren. Ich hoffe auch, dass die Schau einen Eindruck von der Vielfalt seines Schaffens vermittelt, über die weltberühmten Kunstwerke hinaus. Es gibt noch viel mehr zu entdecken.”

Koons wurde Mitte der 80er Jahre als Vertreter einer jungen Künstlergeneration bekannt, die mit der Verfremdung von Konsum- und Alltagsobjekten provozierten. Berühmt machten ihn die erotischen Werkserien mit seiner Partnerin Ilona Staller alias Cicciolina. Die Mischung aus Pop und Kunst bescherte ihm den Titel des “King of Kitsch”.

Jeff Koons: “Meine Vorstellung von Kunst ist, nicht zu urteilen oder zu kritisieren, sondern sie völlig offen auf sich wirken zulassen. Das beginnt beim Betrachter selbst. Wenn man sich selbst akzeptiert, kann man offen auf andere zugehen. Objekte und Bilder sind Metaphern für diesen Vorgang. Sie sind Metaphern für Selbstakzeptanz und die Akzeptanz der anderen. Man akzeptiert die Dinge, wie sie sind, für sich selbst genommen sind sie perfekt.”

Die Retrospektive ist bis zum 19. Oktober im Whitney Museum zu sehen. Danach wird sie in Pariser Centre Pompidou erwartet und Mitte 2015 im Gugenheim Museum in Bilbao.

Es ist die letzte Ausstellung im von Marcel Breuer gestalteten Bau in der Upper East Side. 49 Jahre nach Eröffnung des schlichten Gebäudes zieht das Whitney im nächsten Jahr um in einen Bau an der Gansevoort Street im Meatpacking District im Süden Manhattans.