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EU-Gipfel in Ypern: Erinnerung an Ersten Weltkrieg

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EU-Gipfel in Ypern: Erinnerung an Ersten Weltkrieg

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Die Staats- und Regierungschefs der EU erinnern heute im westbelgischen Ypern an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.

Deutsche Geschosse legten die alte Handelsstadt in Trümmer, Stellungskämpfe verwandelten Felder in Kraterlandschaften.

“Die Stadt Ypern gilt als ein Symbol für die Brutalität des Ersten Weltkriegs,” sagt der Euronews-Korrespondent in Ypern. “Die Kämpfe hier zogen sich vier Jahre lang hin und in Ypern kam es erstmals zu Giftgaseinsätzen. Die Benutzung dieser Kampfstoffe hat den Krieg noch schrecklicher gemacht.”

Zwischen 1914 und 1918 starben in der Gegend um Ypern ungefähr eine halbe Million Soldaten.
Eine ehemalige Lagerhalle beherbergt heute ein Museum, das im Zeichen der Mohnblume steht. Die robusten Blüten gelten als weit verbreitetes Symbol für das Gedenken an Tod und Zerstörung während des Kriegs. Sie nehmen eine zentrale Rolle in der Ausstellung des Museums ein. Besucher sind beeindruckt:

“Traurig und schockierend, dass so etwas passiert ist.”

“Die Ausstellung hat mir die Augen geöffnet. Ohne sie ist alles schwer vorstellbar.”

In der historischen Tuchhalle ist neben dem Museum mit angeschlossener Multimediaausstellung auch das Rathaus der Stadt Ypern untergebracht.

Wissenschaftler Dominiek Dendooven:

“Die Botschaft des Museums ist die enorme Bedeutung von Führungsverhalten. Wenn die Staats- und Regierungschefs in Europa 1914 ein besseres Führungsverhalten und Verantwortungsgefühl gehabt hätten, wäre der Kriegsausbruch eventuell vermieden worden.”

Der Europäische Rat gedenkt in mehreren Zeremonien der Kriegstoten von Ypern. Erinnert wird dabei auch an die zahlreichen Nicht-Europäer, etwa aus den Commonwealth-Staaten Australien oder Indien, die hier ihr Leben verloren.