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Timitar Festival feiert die Vielfalt der Berberkultur

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Timitar Festival feiert die Vielfalt der Berberkultur

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Zum 11. Mal lud das Timitar Festival in Agadir zum Treffen der Weltmusik. Der Schwerpunkt lag auch diesmal auf der Musik der Berber oder Amazigh, wie sich die Menschen hier lieber nennen.
Das Ensemble Ain Orma zum Beispiel setzt sich für den Erhalt der traditionellen Tanzkultur der Berberstämme des Mittleren Atlas.

Hamid Ben Bassou: “Ahidous ist eine Tanz- und Musikform, die wir von usneren Vorfahren übernommen haben und die wir erhalten wollen. Wir hoffen auch, dass die kommenden Generationen diese Kunst lebendig halten, denn sie ist Teil unseres Kulturerbes.”

Rayssa Naima Tisslatine gehört zur jungen Generation der Amazigh-Sänger. Auf dem Timitar Festival begeisterten sie und ihre Band das Publikum mit einem traditionellen, an den alten Meistern inspirierten Repertoire. “Wir haben die Amazigh Kunst von anderen Künstlern erlernt, mit denen wir zusammen im Studio waren, um für Begleitstimmen einzuspielen. Wir versuchen, diese Kunst zu erhalten und junge Menschen dafür zu interessieren. Wir haben auch Bewunderer in der älteren Generation, weil wir dem traditionellen Erbe neues Leben einhauchen.”

Brahim El Mazned, künstlerischer Leiter des Festivals: “Ziel des Timitar Festivals seit der ersten Ausgabe ist, dass Amazigh-Künstler Musiker aus aller Welt empfangen. Jedes Jahr treffen sich hier die besten Amazigh-Künstler auf der Bühne. Es ist gleichzeitig ein Treffen, zu dem wir Musiker aus der ganzen Welt einladen.”

Zu den diesjährigen Stars der Weltmusik gehörte Afro-Raggae-Legende Alpha Blondy. Seine Musik und sein Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit haben den Sänger weit über die Grenzen seines Heimatlandes Elfenbeinküste hinaus bekannt gemacht.

Alpha Blondy: “Ich richte mich an die gesamte politische Klasse in Afrika. Frieden ist das höchste gemeinsame Gut, keiner der afrikanischen Staaten kann sich den Luxus leisten, Kriege zu führen. Wir sind da, um den Frieden zu fördern, um für Frieden und alles, was dazugehört, zu kämpfen. Sobald man uns ruft, sind wir zur Stelle.”

Ein weiteres großes Zugpferd in diesem Jahr war der beliebte ägyptische Schlagerstar Hany Shaker.
Auch der Meister der romantischen Lieder wünscht sich mehr Frieden in der arabischen Welt und im Nahen Osten.

Hany Shaker: “Wir müssen uns zusammenschließen, statt uns zu streiten. Wir müssen unsere Kräfte einen, um all die Probleme in der arabischen in Angriff zu nehmen.”

Das Festival versteht sich auch als ein Sprachrohr für die Rechte der Berber. Die lange unterdrückte marokkanische Berberkultur, die älteste des Landes, wurde 2012 offiziell als Teil der nationalen Identität anerkannt.