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Fußball-WM: Siegen oder fliegen

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Fußball-WM: Siegen oder fliegen

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Alles ist bereitet für die K.O.-Runde, am Samstag finden die ersten beiden Achtelfinalspiele statt. Gastgeber Brasilien trifft in Belo Horizonte auf Chile, in Rio de Janeiro stehen sich Kolumbien und Uruguay gegenüber.

Es zählt nur ein Sieg: Will die Selecao das Trauma, das die brasilianische Fußballseele seit dem verpassten WM-Titel im eigenen Land vor 64 Jahren plagt, ausräumen, muss der Pokal her. Das Achtelfinale gegen Chile soll und kann bei dieser Zielstellung nur eine Zwischenstation sein.
Richten soll es ein 22-Jähriger mit schmächtigen Schultern und eigenwilliger Frisur: Neymar war bisher der beste Mann des Gastgebers und will das Turnier nun zu seiner WM machen.

Die Chilenen wollen nur allzu gerne die Rolle des Spielverderbers einnehmen. Wäre da nicht die schwarze Serie. Drei Mal stand Chile bei einer Weltmeisterschaft in der K.O.-Runde, jedes Mal musste man sich Brasilien geschlagen geben. Doch solche Serien sind vor allem eines: Stoff für die Geschichtsbücher. Oder wie wäre es mit dieser? Von 67 Länderspielen zwischen Brasilien und Chile gewann Brasilien 47. Die Chilenen wollen die Selecao und die Zweifel der Geschichte besiegen.

Im legendären Maracana-Stadion findet ein weiteres Duell zweier südamerikanischer Mannschaften statt. Die in der Gruppenphase ungeschlagenen Kolumbianer treffen auf Uruguay.

Neun Treffer erzielte Kolumbien in den drei Gruppenspielen – selbstverständlich ist das nicht. Denn mit Radamel Falcao fehlt der beste Stürmer des Landes verletzungsbedingt. Doch “Los Cafeteros” haben den Ausfall des Weltklassetorjägers bestens weggesteckt. James Rodriguez ließ es bisher dreimal klingeln und hat damit großen Anteil am kolumbianischen Torreigen.

Uruguay – bekanntermaßen ohne Sturmschnapper Luis Suarez – ließ in Vorrundengruppe D Italien und England hinter sich. Und das, obwohl die Mannschaft von Trainer Oscar Tabarez bisher nur streckenweise zu überzeugen wusste. In der WM-Qualifikation trafen Uruguay und Kolumbien in Hin- und Rückspiel auch aufeinander – es gab jeweils Heimsiege.

Luis Suarez wird am Samstag also nicht auf dem Rasen stehen. Der Stürmerstar ist bereits zurück in Montevideo, nachdem ihm die FIFA wegen seiner Beißattacke eine drastische Strafe aufbrummte. Sein Opfer, der Italiener Giorgio Chiellini, sagte mittlerweile, die Strafe sei zu hart.

Großer Bahnhof in Uruguays Hauptstadt für einen Verstoßenen. Die 100.000 Schweizer Franken Geldstrafe zahlt Multimillionär Suarez aus der Portokasse. Die neun Spiele Sperre und damit das WM-Aus tun dem 27-Jährigen dagegen richtig weh.

Suarez hatte dem Italiener Chiellini während des letzten Gruppenspiels am Dienstag in die Schulter gebissen. Inzwischen meldete sich auch Uruguays Staatspräsident Jose Mujica zu Wort und kritisierte die Entscheidung des Weltfußballverbands heftig. Dass Suarez jetzt eine Schauspielerkarriere anstrebt und in einer Neuverfilmung des Tanz der Vampire mitspielen soll, ist dagegen nur ein Gerücht.