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Verlieren, um zu siegen? Camerons gefährliches Spiel in Brüssel

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Verlieren, um zu siegen? Camerons gefährliches Spiel in Brüssel

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Der britische Premierminister David Cameron ist mit seinem “No” zur Nominierung Jean-Claude Junckers als neuen EU-Kommissionspräsidenten gescheitert. Seine Niederlage könnte ihm jedoch die Sympathien der EU-Kritiker im eigenen Land einbringen.

Cameron betonte, er werde weiterhin für eine Reform der EU kämpfen: “Meine Kollegen im Europäischen Rat wissen, dass ich die EU-Reform todernst nehme und, dass ich meine Versprechen halte. Wenn ich sage, dass ich nicht aufgeben werde, dann wird das auch nicht geschehen. Dies wird ein langer, harter Kampf, aber manchmal muss man bereit sein, eine Schlacht zu verlieren, um den Krieg zu gewinnen.”

An der Heimatfront wird Cameron aber auch heftig kritisiert. Oppositionsführer und Vorsitzender der Labour-Partei Ed Miliband sagte: “Dies ist eine totale Erniedrigung. Er sollte Bündnisse schließen, stattdessen hat er Bündnisse gebrochen. Er ist gescheitert, und die britischen Interessen leiden unter seinen Entscheidungen.”

Experten gehen davon aus, dass Großbritannien für die Personalie Juncker bald entschädigt wird. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, die sich lange gegen Juncker sperrte, sagte etwa, dass sie manche der Bedenken Camerons teile. Und auch der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt versprach Cameron bei künftigen Reformen Rückendeckung.