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EU unterstützt Bulgariens Banksystem - Hintermänner der Cyberattacke gesucht

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EU unterstützt Bulgariens Banksystem - Hintermänner der Cyberattacke gesucht

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Die EU unterstützt das offenbar von Kriminellen attackierte bulgarische Bankensystem mit einem milliardenschweren Notkredit. Man werde der Bitte Bulgariens nach Verlängerung einer Kreditlinie über rund 1,7 Milliarden Euro nachkommen, so die Europäische Kommission.

Informationen im Internet und per SMS über drohende Bankpleiten hatten viele Bulgaren in der vergangenen Woche in Panik versetzt. Kunden der drittgrößten Bank des Landes hoben allein am Freitag mehr als 400 Millionen Euro von ihren Konten ab.

Präsident Rossen Plewneliew versucht die Gemüter zu beruhigen:

“Das Geld von Bürgern und Unternehmen in bulgarischen Bankinstituten ist sicher. Die Banken arbeiten ganz normal weiter.”

Die heimischen Währung Lew bleibe bis zum Beitritt Bulgariens zur Eurozone an den Euro gebunden.

Nach dem Kundenansturm bei der First Investment Bank und der Corporate Commercial Bank (Corpbank) ermitteln die Behörden des EU-Staates nach eigenen Angaben wegen eines Angriffes auf die Bankenbranche.

Die Polizei nahm seit Samstag sieben Personen wegen “Verbrechen gegen das Finanzsystem” fest.

Das ärmste EU-Land Bulgarien steht nach einer innenpolitischen Krise vor Neuwahlen am 5. Oktober. Eine Übergangsregierung soll die vorgezogene Parlamentswahl vorbereiten – die zweite in eineinhalb Jahren. Bis zur Auflösung des Parlaments wollen die Parlamentarier aber noch Gesetze zur “Unterstützung des Bankensystems” verabschieden.

Der Widerstand der EU gegen das Pipelineprojekt South Stream hatte das Regierungsbündnis aus Sozialisten und der Partei der türkischen Minderheit (DPS) gespalten. Das ehemals kommunistische Land stand stets sehr treu zu Russland und steht seit der Ukraine-Krise doppelt unter Druck. Russland treibt den Bau der Gasleitung voran, die russische Energie nach Südeuropa bringen soll. Die EU ist gegen das Projekt, weil es die Abhängigkeit Europas von Russland noch verstärkt und weil es mit EU-Recht unvereinbar ist, dass Energieproduzenten sich maßgeblich an Energieleitungen beteiligen. Das ist über eine der großen russischen Gasgesellschaften bei South Stream aber der Fall.

su mit dpa