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Fanatiker rufen Kalifat aus


Irak

Fanatiker rufen Kalifat aus

“Gott ist groß” – mit diesem Ruf stürzen sich Muslime in den Kampf – auch gegen einander wie derzeit Im Irak.
Die sunnitischen Fanatiker, die dem irakischen Staat schon empfindliche Schläge zugefügt haben, verstehen sich jetzt als eigener “islamischer Staat”, als “Kalifat” nach dem Vorbild früher islamischer Macht ab dem 7. Jahrhundert. Die nordirakische Provinz Diyala kontrollieren sie vollständig, ebenso weite Gebiete um das Erdölzentrum Mossul. Sie hatten angekündigt, dass ihr Gottesstaat von Irak bis Syrien reichen solle.
Nach aktuellen Informationen kontrollieren sie ein zusammenhängendes Gebiet vom syrischen Norden quer über die Grenze in den Irak hinein bis nördlich von Bagdad. Als Ziel nennen sie jetzt: Ihr Kalifat solle vom Mittelmeer bis an die Grenze des schiitischen Iran reichen.
Das Ziel, aktuelle Grenzen aufzuheben, teilen sie mit Al Kaida, auch wenn beide Terrorgruppen nicht gemeinsam kämpfen. Beide erklären den Kampf gegen säkulare westliche Mächte zur Aufgabe der Vertreter des “einzig wahren Islam”.

Laut Brookings Center in Doha soll das neue Kalifat 6000 bis 7000 Kämpfer in Syrien haben und 5000 bis 6000 im Irak. Und es muss über genug Geld verfügen, um pünktlich zur Ausrufung des Gottesstaates so professionell gemachte Propaganda-Videos zu präsentieren.

Firas Abi Ali, Senior Manager bei MENA Country Risk IHS, sagt: “So können sie auch Loyalität kaufen, Staatsbedienstete bestechen und sich auch die Gefolgsschaft anderer Gruppen erkaufen.” Als Quelle dieses Reichtums nennt der Wissenschaftler Energiequellen in Syrien und erpresstes Geld von Geschäftsleuten im Irak.

Große Besorgnis herrscht in Nachbarländern wie dem Königreich Jordanien. Experten meinen, die neuen Fanatiker werden nicht von einem bestimmten Staat finanziert, sie bekommen aber von einzelnen wohlhabenden Spendern große Summen.

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