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Neue Staatspleite? Für Argentinien tickt die Uhr

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Neue Staatspleite? Für Argentinien tickt die Uhr

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Für Argentinien läuft die Uhr. Eigentlich wollte das Land jetzt ein Stück weit seine 95-Milliarden-Dollar-Pleite von 2001 abarbeiten.

Damals wurden Staatsanleihen nicht mehr bedient.

In vier Wochen könnte es wieder soweit sein: Argentinien würde gern 539 Millionen
Dollar Schuldendienst an Gläubiger überweisen, die 2005 und 2010 Kapitalschnitte akzeptiert hatten, um nicht völlig leer auszugehen.

Moment mal – so das Urteil des New
Yorker Richters Thomas Griesa. Er blockierte die Zahlungen auf Betreiben vor allem des US-Hedgefonds Elliott Management, der in den letzten Jahren einen großen Teil der nicht umgeschuldeten Anleihen erworben hatte und eine 100-Prozent- Rückzahlung vom Staat Argentinien verlangt – 1,3 Milliarden Dollar, Folgeforderungen in mehrfacher Höhe nicht ausgeschlossen. Der Staat hat 29 Milliarden US-Dollar Devisenreserven.

Andererseits läuft ab diesem Montag eine einmonatige Gnadenfrist. Dann müssen die 539 Millionen Dollar Schuldendienst an die anderen Gläubiger überwiesen sein.

Also Stress. Verhandeln, sagt Richter Griesa. Die Hedgefonds werden im Land “Aasgeier” genannt, selbst von Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner.

Übrigens: Die Ratingagenturen wollen den Ausgang der Gespräche abwarten, bevor sie argentinische Anleihen zum “Zahlungsausfall” abstempeln.

Die argentinische Regierung hatte erst im Mai mit den staatlichen Gläubigern (“Pariser Club“) die Rückzahlung von 9,4 Milliarden Dollar vereinbart, von denen 2,6 Milliarden Deutschland zustehen.

Die Bundesregierung warnt Argentinien nach Medienberichten (“Der Spiegel”) vor einem Zahlungsstopp. Man erwarte, dass es seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Deutschland wie vereinbart nachkommen wird, so ein Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums.

su mit dpa