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Abkehr vom Pazifismus: Japan weitet Rolle seines Militärs aus

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Abkehr vom Pazifismus: Japan weitet Rolle seines Militärs aus

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Japan weitet die Rolle seines Militärs durch eine Verfassungsänderung aus. Das Regierungskabinett beschloss eine Änderung der pazifistischen Nachkriegsverfassung. Dadurch soll sich das Land künftig auf ein Recht auf kollektive Selbstverteidigung berufen können. Seit 1945 war die japanische Armee nicht mehr an Kampfeinsätzen beteiligt.

Ministerpräsident Shinzo Abe:

“Die geografischen Gegebenheiten rund um Japan befinden sich in einem ständigen Wandel. Wir müssen für jeden möglichen Fall gewappnet sein. Deshalb benötigen wir eine Gesetzgebung, die den Leuten Sicherheit bietet und eine Basis für ein friedfertiges Leben.”

Die chinesische Regierung kritisierte Japans Verlagerung der Sicherheitspolitik
.Hong Lei, Sprecher des chinesischen Außenministeriums:

“Wir verlangen von Japan, dass es die Sicherheitsinteressen seiner asiatischen Nachbarn ernst nimmt.”

Japan liegt seit langem im Streit mit China wegen ungeklärter Gebietsansprüche. Etwa um die Senkaku-Inseln im ostchinesischen Meer, die von Japan verwaltet, aber auch von China und Taiwan beansprucht werden.

Wohl auch aus Furcht vor einer Eskalation des Inselstreits scheint die Mehrheit der Japaner an der alten Verfassung festhalten zu wollen.

Wie vor der japanischen Botschaft in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul protestierten auch in Japan zahlreiche Menschen bei Demonstrationen gegen die Abkehr der Regierung vom Pazifismus.