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Cui bono? Wem nützt der Mord an drei israelischen Schülern?

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Cui bono? Wem nützt der Mord an drei israelischen Schülern?

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Die seit Juni vermissten israelischen Religionsschüler sind tot. Die israelische Regierung beschuldigt die radikal-islamische Hamas, die gerade dabei war, sich nach sieben Jahren Bruderzwist mit den palästinensischen Brüdern der Fatah von Palästinenserpräsident Abbas zu versöhnen.
Der israelische Regierungssprecher ruf Präsident Abbas auf, sofort wieder mit der Hamas zu brechen.

Auf dem Wege der Versöhnung wollten die Palästinenser beider Lager wieder eine gemeinsame Regierung bilden, die dann beide Gebiete regieren soll, das Westjordanland und den Gazastreifen. Der blutige Bruderkrieg, der 2007 zur strikten Teilung der Einflußsphären führte, hat beiden Seiten nur geschadet. Da wäre dieser Mord doch gegen die eigenen Interessen der Hamas gerichtet – wenn es denn für alle Hamas-Leute gleichermaßen geltende Interessen gäbe. Aber offensichtlich gibt es auch innerhalb der Hamas Streit um die Richtung und um die Macht.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirft Palästinenserpräsident Abbas vor, der wolle Frieden mit der Hamas statt Frieden mit Israel. Beides könne er nicht haben.

Es gibt Fotos von zwei Verdächtigen. Und es gibt kein Bekennerschreiben. Von niemandem. Die beiden jungen Männer werden von Kennern der Szene einem Clan zugerechnet, der innerhalb der Hamas seine eigenen Ziele verfolgen und schon mehrfach Streit mit der Hamas-Führung gehabt haben soll. Das wäre eine mögliche Erklärung, wer die Palästinenserversöhnung nicht will, hätte sie mit den Morden empfindlich gestört.