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Deutscher Arbeitsmarkt: "Ich würde das nicht Ernüchterung nennen"

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Deutscher Arbeitsmarkt: "Ich würde das nicht Ernüchterung nennen"

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Im Juni waren in Deutschland 2,83 Millionen Menschen arbeitslos, 49.000 weniger als im Mai, so die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Arbeitslosenquote sank um 1/10 Prozent auf 6,5 Prozent. BA-Chef Frank-Jürgen Weise zu der relativ schwachen Erholung: Wegen des milden Winters sei die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn nicht so kräftig gestiegen wie sonst und gehe deshalb nun auch nicht so stark zurück.

Frank-Jürgen Weise:
“Ich würde das nicht Ernüchterung nennen, sondern realistische Einschätzung der Wirtschaftslage und das bedeutet, es gibt keinen so großen Zuwachs an Beschäftigung, wie wir das vielleicht gemessen an 2010 und heute haben.”

Der Arbeitsmarkt spiegele die gute Konjunktur wider. Allerdings seien die Erwartungen für das zweite Halbjahr “etwas verhaltener.”

Saisonbereinigt legte die Arbeitslosenzahl in Deutschland deswegen im Juni um 9000 auf 2,916 Millionen zu. Im Juni waren gleichzeitig 462.000 freie Stellen gemeldet – 25 000 mehr als vor einem Jahr. Besonders gesucht seien derzeit
Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Verkauf, Mechatronik, Gesundheit, Hotel und Gastronomie, Verkehr und Logistik.

In der Euro-Zone sank die Zahl der Arbeitslosen im Mai zwar den achten Monat in Folge und fiel auf den tiefsten Wert seit September 2012. Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat waren aber immer noch rund 18,55 Millionen Männer und Frauen offiziell auf Jobsuche. Damit bleibt die Arbeitslosenquote unverändert bei 11,6 Prozent. Die Spanne reicht von 4,7 Prozent in Österreich bis 26,8 Prozent in Griechenland.

3,4 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren waren im Euroraum ohne Job, eine Jugendarbeitslosigkeit von 23,3 Prozent.

su mit dpa, Reuters