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Sarkozy: Schmutzige Details vom Kampf um die Macht

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Sarkozy: Schmutzige Details vom Kampf um die Macht

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Bei dieser Affäre geht es um die Präsidentschaftswahl 2007. Die hatte Nikolas Sarkozy nach einem aufwendigen, teuren Wahlkampf gewonnen. Die Frage der Finanzierung verfolgt ihn über das Ende dieser Präsidentschaft hinaus. Den Verdacht, dass mit ungesetzlichen Mitteln Geld beschafft worden war, äußerten nicht nur politische Gegner. Kaum war Präsident Sarkozy im Amt, erschien der damalige libysche Machthaber Muammar al Gaddafi samt Wüstenzelt und Hofstaat zu einem spektakulären Staatsbesuch in Paris. Schon damals hiess es im politischen Paris: “Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.” Was so mancher dachte, bestätigte vier Jahre später wenige Tage vor den westlichen Luftschlägen gegen Gaddafi dessen Sohn Saif Al-Islam in einem Interview mit euronews. Der Gaddafi-Sohn wörtlich: “Wir haben seinen Wahlkampf bezahlt und wir können das mit allen Details beweisen, mit Kontonummern und Überweisungsbelegen.” Ehe der Gaddafi-Clan Beweise vorlegen konnte, war allerdings seine Herrschaft über Libyen und damit auch die Verfügung über entsprechende Archive vorbei. Auch dank des von Frankreichs Präsident so vehement vorangetriebenen westlichen Eingreifens.

Weil die Ermittlungen gegen Sarkozy in Frankreich weitergingen, stattete sein Anwalt ihn mit einem unter falschem Namen gekauften Telefon aus. Anwalt Thierry Herzog versuchte auch, auf einen der ermittelnden Juristen Einfluss zu nehmen, versprach ihm persönliche Vorteile. Das alles mit Wissen und Billigung des Ex-Präsidenten, wie inzwischen bekannt wurde. Diese versuchte Einflussnahme auf die Justiz wird Sarkozy und seinem Anwalt jetzt vorgeworfen. Auf einer Medien-Website steht auch öffentlich nachzulesen der Name Paul Bismuth, hinter dem sich Nikolas Sarkozy bei diesen gesetzwidrigen Absprachen verbarg. Da war er sich schon darüber im Klaren, dass Ermittler seine Telefone abhören. Der Journalist Fabrice Arfi von Mediapart sagt: “Seit Nicolas Sarkozy den Elysee-Palast verlassen hat, schuf er sich eine Art “Schwarzes Kabinett”, ein Netzwerk aus Informanten an allen wichtigen Positionen des Staates. Er informierte sich auf illegalem Wege über die Ermittlungen, um sie zu behindern.”

Bei dieser Menge von Spuren dürfte es schlecht stehen um Sarkozys Bestreben, wieder als Politiker eine führende Rolle zu spielen.