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Wirtschaft am Tropf: Hat sich der Zustand gebessert?

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Wirtschaft am Tropf: Hat sich der Zustand gebessert?

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Vor einem Jahr haben wir die europäische Wirtschaft zum ersten Mal einem Gesundheits-Check unterzogen. Wie geht es dem Patienten ein Jahr später?

Warum sollte Europas Gesundheit unser aller Anliegen sein?
Europa ist groß. In vieler Hinsicht: Vier Millionen Quadratkilometer. 503 Millionen Einwohner, das ist die drittgrößte Bevölkerung der Welt – nach China und Indien.
Alle EU-Bürger zusammen machen jedoch nur 7 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Das gibt eine Idee, wie enorm der Handel zwischen der EU und dem Rest der Welt ausfällt – er liegt bei 20 Prozent.
Zwei Drittel des Handels finden innerhalb der EU statt. Ein Beweis, wie wichtig innereuropäische Beziehungen für Europa sind.
Sprechen wir über den europäischen Anteil des weltweiten BIPs. Die Eurozone ist weltweit der zweitgrößte Raum mit einer einheitlichen Währung – gleich nach den USA. Auch wenn es um Exporte geht, hat die EU die Nase vorn. Wird die Eurozone auf Resteuropa ausgeweitet, hat das massive Folgen. Der Raum wäre größer als die USA, wenn es um die hergestellten Güter und Dienstleistungen geht. Das unterstreicht, wie bedeutend Europas Wirtschaft in der Welt ist.

Allerdings gibt der Direktor des europäischen Think Tanks Bruegel Guntram B. Wolff zu Denken: “Die wirtschaftliche Situation ist zwar besser als im letzten Jahr, aber nicht viel. Ein Ende der Rezession ist mittlerweile in Sicht. In dieser Hinsicht hat sich die Lage gebessert. Aber die Erholung ist nur oberflächlich. Die Arbeitslosenquoten sind nach wie vor hoch. Es wurden nur wenige neue Stellen geschaffen. Lässt man die Zahlen aus Deutschland bei Seite, so geht die Zahl der neu geschaffenen Stellen gegen Null. Unsere Wirtschaft braucht größere Dynamik. Impulse müssen von der Geldmarktpolitik ausgehen. Die EZB muss weitere Schritte in der Eurozone unternehmen, wie die Käufe von Anleihen. Impulse müssen jedoch auch von der Steuerpolitik kommen. Wir brauchen Investitionsanreize, vor allem in Deutschland, aber auch in der gesamten Eurozone.”

Der europäische Fonds für regionale Entwicklung investierte innerhalb der letzten fünf Jahre 85 Milliarden Euro, um den europäischen Innovationsmotor anzukurbeln.100 Milliarden Euro werden bis 2020 in Innovationen, in Forschung und in digitale Technik sowie in Unterstützungen für kleine und mittlere Betriebe fließen. Mit 38 Milliarden Euro soll zudem eine Wirtschaft, die weniger verschmutzt, gefördert werden. Es wird erwartet, dass alle Mittel, welche die EU durch ihren Kohäsionsfonds ausgibt, das Bruttoinlandsprodukt der EU um 1,7% anheben. Aber wichtiger noch: Durch den Fokus auf Innovationen sollen zahlreiche neue Arbeitsplätze in Europa entstehen.