Eilmeldung

Eilmeldung

Sarkozy sieht sich als Opfer der Justiz und deutet Comeback an

Sie lesen gerade:

Sarkozy sieht sich als Opfer der Justiz und deutet Comeback an

Schriftgrösse Aa Aa

Der ehemalige französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat die Korruptionvorwürfen gegen ihn als grotesk bezeichnet und der Justiz politische Motive vorgeworfen.

15 Stunden war der ehemalige Staatschef am Dienstag in polizeilichem Gewahrsam – ein bisher einmaliger Vorgang in Frankreich.

Wieder auf freiem Fuß stritt Sarkozy nun in einem Interview mit dem französischen Fernsehen ab, jemals gegen rechtsstaatliche Prinzipien verstoßen zu haben. Das falsche Bild, das von ihm gezeichnet werde, müsse er nun gerade rücken.

Über seine Festnahme sagte Sarkozy: “Ich bin zutiefst schockiert, von dem was passiert ist. Wenn ich Fehler begangen habe, dann erwarte ich keine Sonderbehandlung und akzeptiere die Konsequenzen.

“Diese Anschuldigungen sind grotesk. Und ich werde es ihnen beweisen”, sagte Sarkozy. “Als ich nach 14 Stunden Verhör durch die Polizei alle Fragen genauestens beantwortet hatte, lagen den Richterinnen 45 Seiten meiner Aussage vor. Diese beiden Damen, die Untersuchungsrichterinnen, haben dann ein Untersuchungsverfahren in drei Punkten gegen mich eingeleitet, ohne mir auch nur eine Frage zu stellen oder eine meiner Fragen zu beantworten.”

Es ist das zweite Verfahren gegen Sarkozy und ein Rückschlag für seine Karriere. Dem Ex-Präsidenten werden Ambitionen auf den Parteivorsitz der UMP und eine erneute Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2017 nachgesagt. Ende August will er über eine Rückkehr in die Politik entscheiden.

Zunächst aber wird er sich juristisch behaupten müssen. Weil er unter anderem versucht haben soll, einen Staatsanwalt durch Bestechung zur Herausgabe von Informationen zu bewegen, verdächtigt ihn die Justiz der Korruption, der unerlaubten Einflussnahme und des Geheimnisverrats.