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Ukraine: Wollen jetzt die Separatisten eine Waffenruhe?

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Ukraine: Wollen jetzt die Separatisten eine Waffenruhe?

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Die Separatisten im Osten der Ukraine haben der Regierung einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen vorgeschlagen. Einige seien bereit die Waffen niederzulegen und über einen “sicheren Korridor” nach Russland abzuziehen, berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Unian. Die Regierungstruppen hatten nach Auslaufen der Waffenruhe am Dienstag massive Luft- und Artillerieangriffe auf Stellungen der Separatisten durchgeführt.

Angesichts der Eskalation lud der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier seine Amtskollegen aus der Ukraine, Russland und Frankreich für Mittwoch zu einem kurzfristigen Treffen nach Berlin ein.

Der russische Präsident Wladimir Putin kritisierte das Aufkündigen der Waffenruhe scharf. Poroschenko trage nun die volle Verantwortung für die weitere Entwicklung. “Unglücklicherweise hat Präsident Poroschenko die Entscheidung getroffen, die Kampfhandlungen wiederaufzunehmen. Und wir, damit meine ich mich und meine europäischen Kollegen, vermochten nicht, ihn zu überzeugen, dass Krieg kein Weg zu einem nachhaltigen, soliden und dauerhaften Frieden ist”, erklärte Putin vor Diplomaten in Moskau.

Bei einem Telefongespräch mit dem US-Außenminister John Kerry warnte der russische Außenminister Sergei Lawrow vor “unberechenbare Folgen für den ukrainischen Staat”.

In der Ukraine weist man die russischen Schuldzuweisungen zurück. “Das ist nichts anderes als eine Erpressung der Ukraine. Das ist russische Taktik. Frieden ist nicht das Ziel Russlands oder der Separatisten. Sie nutzen den Waffenstillstand als taktische Methode”, meint der Politikwissenschaftler Volodimir Fesenko.

Der ukrainische Präsident Poroschenko hatte am Montag eine Verlängerung der Waffenruhe abgelehnt. In den vergangenen Tage wurden nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums mehr als 1.000 Kämpfer der Separatisten getötet. Aus der Großstadt Donezk werden die heftigsten Kämpfe seit Ausbruch der Unruhen Anfang April gemeldet.