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Auge um Auge: Mord an palästinensischem Teenager löst Welle der Gewalt aus

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Auge um Auge: Mord an palästinensischem Teenager löst Welle der Gewalt aus

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Im Gaza-Streifen haben mehrere hundert Anhänger der radikalislamischen Hamas gegen die Ermordung eines palästinensischen Jugendlichen protestiert. Sie werfen israelischen Extremisten vor, den 16-jährigen aus Rache für die Ermordung dreier jüdischer Jugendlicher im Westjordanland getötet zu haben.

“Wir protestieren gegen die Verbrechen, die Israel an unserem Volk im Westjordanland und in Jerusalem verübt. Besonders gegen die Entführung und Ermordung von Mohammed Abu Khdeir. Diese Verbrechen werden niemals unseren Willen brechen”, erklärte Hamas-Sprecher Abu Zuhri.

Der Mord löste eine Welle der Gewalt aus.

Palästinensische Extremisten feuerten mindestens 17 Raketen auf Südisrael ab. Eine schlug in einem Wohnhaus in Sderot ein, richtete aber nur Sachschaden an. Die israelische Luftwaffe flog daraufhin mehrere Luftangriffe auf den Gazastreifen.

Mohammed Abu Khdeir war am frühen Mittwochmorgen auf dem Weg zum Morgengebet in ein Auto gezerrt worden. Seine verbrannte Leiche wurde wenig später in einem Wald bei Jerusalem gefunden. Israelische Medien sprachen von möglicher Rache rechtsgerichteter Israelis für die Ermordung dreier jüdischer Jugendlicher.

In Jerusalem kam es zu schweren Krawallen. Rund 60 Menschen wurden verletzt, die Polizei feuerte gummiummantelte Stahlgeschosse auf randalierende Palästinenser.

Israelis protestierten gegen die ihrer Auffassung nach unzureichende Reaktion auf die Ermordung der drei jüdischen Jugendlichen. Sie verlangten eine “kollektive Bestrafung” der Palästinenser. Eine Facebook-Seite, die zur Rache für die getöteten Israelis aufruft, erhielt in kürzester Zeit mehrere zehntausend ‘likes’.