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Eine sanfte Revolution: Sonnenstrom im Iran

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Eine sanfte Revolution: Sonnenstrom im Iran

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Solarmodule mitten in der steinigen Landschaft zeigen den neuen Trend in der iranischen Energiepolitik. Seit der Wahl von Präsident Hassan Ruhani ist der Wandel deutlich zu spüren. Das als einer der zehn größten Erdölförderer (und für sein umstrittenes Atomprogramm) bekannte Land setzt zunehmend auf sanfte Energieerzeugung. Die Investitionen in Solarstrom haben sich innerhalb eines Jahres von 12 auf 60 Millionen US-Dollar verfünffacht.
Zu den Vorzeigeprojekten gehört die Fotovoltaik-Anlage in Taleghan 160 Kilometer nördlich von Teheran.

“Wir wollen die Leistung unserer Anlagen, die erneuerbare Energien produzieren, steigern. Geplant ist, die Leistung von heute maximal 200 auf 5000 Megawatt zu steigern im Verlauf von fünf Jahren”, erklärt Saman Mirhadi, ein Vertreter der Agentur für Erneuerbare Energien.” In den vergangenen zwei Jahren wurden neue Gesetze verabschiedet, die zur Nutzung und Erzeugung von Solarstrom anregen. Die Schaffung von Fotovoltaik-Anlagen steht auf dem Programm.”

Embargo und Wirtschaftssanktionen gegen das Regime haben die petrochemische Industrie des Landes beeinträchtigt. Über das Atomprogramm wird derzeit mit dem Westen zäh verhandelt.
Da bietet sich die Nutzung alternativer Energiequellen an. Mit 300 Sonnentagen im Jahr herrschen ideale Bedingungen im Iran, erklärt Saideh Nasserabadi, Studentin an der Universität Kurdistan. “Solarmodule könnten im Iran effizient Strom erzeugen wegen der vielen Sonnentage und der geografischen Lage.”

Gerade in ländlichen Regionen stellen Sonnenkollektoren eine praktische und günstige Alternative dar. Die Preise sind deutlich gesunken. Privathaushalte werden außerdem vom Staat unterstützt. Auch auf den Dächern öffentlicher Gebäude, von Schulen und Moscheen sind immer mehr Sonnenkollektoren zu sehen.