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Kurden wollen Unabhängigkeit von Bagdad, "weil der Irak fertig ist"

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Kurden wollen Unabhängigkeit von Bagdad, "weil der Irak fertig ist"

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Im Nordirak hat Massud Barzani, der Präsident der kurdischen Autonomieregion, das Parlament um ein
Referendum für die Unabhängigkeit Kurdistans gebeten – gut drei Wochen nach dem Vormarsch der Terrormiliz Isil.

Dabei geht es auch um die bis vor der
Krise von Bagdad beanspruchte Öl-Stadt Kirkuk. “Diese Gebiete sind jetzt schon faktisch Teile Kurdistans”, so der Außenbeauftragte der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP), Hemin Hawrami. “Das ist ein historischer Tag.”

Die kurdische Regierung habe sich zu diesem
Schritt entschlossen, “weil der Irak fertig ist”

Die Kurden teilten 1.050 Kilometer Grenze mit der Terrormiliz Isil und nur noch 15 Kilometer mit der irakischen Armee. Das Parlament werde ein Datum festlegen und eine Wahlkommission einberufen, sagte Hawrami nach der Sitzung in Erbil.

Zum “Nein” aus den USA, dem Iran und der Türkei zu einer Unabhängigkeit sagte er: “Das kurdische Selbstbestimmungsrecht wird hier im Parlament entschieden und nicht in Ankara, nicht in Teheran
und nicht in Washington.”

Barzani-Unterstützer Ahmed Amidi:

“Wir sind aus Amadiya gekommen, um unsere Rückendeckung für al-Barzani um seine Ankündigung eines kurdischen Staates zu zeigen. Wir werden ihn unterstützen, mit der Seele und mit Geld. Bei Bagdad zu bleiben ist fast unmöglich geworden. Manchmal sind sie dort für uns, das nächste Mal wieder gegen uns.”

Während Saudi-Arabien nach Medienberichten (al-Arabiya TV) 30.000 Soldaten an die Grenze zum Irak verlegt, hat Isil 32 im Irak entführte türkische Lastwagenfahrer freigelassen – 49 Türken, die am 11. Juni bei der Erstürmung des
türkischen Konsulats in Mossul in ihre Gewalt gerieten, sind dort noch.

su mit dpa

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