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Mordprozess Pistorius: Psychiater uneins

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Mordprozess Pistorius: Psychiater uneins

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Im Mordprozess Pistorius gehen die Gutachten der Psychiater weit auseinander. Nachdem zu Wochenbeginn Experten den Angeklagten für voll schuldfähig erklärten, sagte nun ein anderer Psychiater aus, Pistorius leide an einer schweren post-traumatischen Belastungsstörung, sei selbstmordgefährdet und müsse dringend in psychiatrische Behandlung.

Der des Mordes angeklagte Paralympics-Star Oscar Pistorius leidet psychiatrischen Gutachten zufolge unter einer schweren posttraumatischem Störung und ist selbstmordgefährdet. Der 27-jährige Südafrikaner trauere sehr um seine getötete Freundin Reeva Steenkamp und brauche deshalb weiterhin therapeutische Hilfe, heißt es in den am Mittwoch von der Verteidigung vor dem Gericht in Pretoria verlesenen Auszügen aus den Gutachten.

Pistorius war auf Anordnung des Gerichts im Juni psychiatrisch untersucht worden. Die am Montag vorgelegten Gutachten bescheinigten ihm allerdings volle Schuldfähigkeit. Er leide unter keiner psychischen Erkrankung, die seine Urteilsfähigkeit bei der Tat wesentlich beeinträchtigt hätte. Pistorius hatte in der Nacht zum 14. Februar 2013 in seinem Haus Steenkamp durch eine verschlossene Toilettentür erschossen. Der 27-Jährige beteuert, dass er hinter der Tür einen Einbrecher vermutet habe und in Panik geraten sei. Der Staatsanwalt beschuldigt ihn des kaltblütigen Mordes. Weitere Zeugen der Verteidigung schilderten am Mittwoch, dem 36. Verhandlungstag seit dem 3. März, Details über die Beziehungen des Angeklagten zu seiner Freundin, seine Ängste vor Kriminalität und seine Unsicherheit wegen seiner Behinderung.

Es wird erwartet, dass die Zeugenbefragungen diese Woche noch beendet werden. Nach einer mehrwöchigen Pause sollen dann Verteidigung und Staatsanwaltschaft ihre Plädoyers halten. Bei einem Schuldspruch droht Pistorius eine lebenslange Haftstrafe.