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Drohanrufe: Psychologische Kriegsführung in der Ukraine

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Drohanrufe: Psychologische Kriegsführung in der Ukraine

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Mitarbeiter des ukrainischen Fernsehsenders Channel 5 auf dem Weg nach draußen. Wegen einer Bombendrohung ließ die Polizei das Gebäude räumen. Der Sender, der dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko gehört, unterbrach das Programm. Spezialisten durchsuchten das Haus, fanden aber keinen Sprengsatz. Die Journalisten vermuten Regierungsgegner hinter der Bombendrohung.

Volodymyr Mzhelskiy, Chefredakteur von Channel 5: “Gestern hat unser Sender einem Bataillon der ukrainischen Armee, das am Anti-Terror-Einsatz im Osten der Ukraine teilnimmt, einen Wagen geschenkt. Und heute Morgen bekamen wir dann diese Drohung.”

Der Vorsitzende des nationalen Rats für Sicherheit und Verteidigung, Andriy Parubiy, sieht solche Drohungen als gezieltes Störmanöver, als eine Art psychologische Kriegsführung.

“Sie wollen demonstrieren, dass die Ukraine ein instabiler Staat ist, dass dort komische und aggressive Dinge geschehen. Und das hat einen bestimmten psychologischen Effekt. Man sieht nun auch, wie die russischen Massenmedien mit diesen Fakten ihr Spiel treiben.”

In den vergangenen Tagen gab es bereits mehrere Drohanrufe. Am Donnerstag wurden Soldaten zum Kiewer Parlament beordert, weil es dort einen Terroranschlag geben sollte. Und an diesem Freitag erhielt die Polizei Warnanrufe zu mehreren Bomben, eine war angeblich im Fußball-Stadion von Lwiw untergebracht, eine andere in der U-Bahn von Charkiw. Alle diese Meldungen entpuppten sich als falsch.