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Ostjerusalem: Trauer und Wut bei Beerdigung von ermordetem Jugendlichen

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Ostjerusalem: Trauer und Wut bei Beerdigung von ermordetem Jugendlichen

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Mehr als 5000 Menschen schlossen sich am Freitag in Ostjerusalem einem Trauermarsch für den am Mittwoch ermordet aufgefundenen palästinensischen Jugendlichen an. Dabei sorgten Trauer und Wut für jede Menge Zündstoff.

“Ich bin hier, weil uns die Israelis jeden Tag umbringen”, sagte eine Frau. “Sie töten Kinder, sie töten Frauen. Warum haben sie ein unschuldiges Kind umgebracht? Am Tag zuvor hatten sie versucht, eine Frau, ihre Tochter und ihren Sohn umzubringen. Warum?”

Immer wieder kam es in Jerusalem am Rande der Trauerfeierlichkeiten zu kleineren Auseinandersetzung, doch die befürchtete heftig Eskalation blieb aus.

Nach einer gerichtsmedizinischen Untersuchung am Donnerstag hatte die Polizei den Leichnam des Jungen am Freitag an die Familie übergeben. Von der örtlichen Moschee zog die Prozession dann mit dem Sarg durch Ostjerusalem bis zum Friedhof. Mit dabei war auch Ahmed Tibi, arabisch-israelischer Abgeordneter und Vizesprecher der Knesset.

Die wichtige Al-Aqsa-Moschee in Ostjerusalem war wegen der explosiven Lage während der ersten Freitagsgebete des Ramadan für jüngere Gläubige gesperrt und durch Sicherheitskräfte abgeriegelt. Von einem geplanten Protestmarsch in Richtung Moschee sah die Menge wohl auch deshalb ab.