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Rocken bis zum Umfallen: Death Metal in der schalldichten Kiste

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Rocken bis zum Umfallen: Death Metal in der schalldichten Kiste

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Man nehme eine schall- und luftdichte Metallkiste.
Und eine ziemlich laute britische Death-Metal-Band und stecke die vier Jungs in den Kubus.
Zusammengenommen ergibt das eine Kunst-Performance namens “Box Sized DIE”, inszeniert vom Portugiesen João Onofre.

“Dieses Kunstwerk ist Objekt und Performance zugleich. Das Obejkt ist eine Nachbildung der Skulptur ‘Die’ des US-amerikanischen Künstlers Tony Smith, der als Wegbereiter des Minimalismus gilt. Und die Performance, die wir sehen, wenn sich die Tür öffnet, ist eine Band, ein Death Metal Band.”

Unfathomable Ruination heißen die forschen Metaller und haben ziemliches Durchhaltevermögen. Das brauchen sie auch, wenn sie sich in die Kiste einsperren lassen und so lange spielen, bis ihnen der Sauerstoff ausgeht. Maximal 20 Minuten dauert das Konzert auf engstem Raum.

Die Box steht mitten in der Londoner City. Passanten, die an der Tür lauschen, können nur ahnen, was sich drinnen abspielt.

“Das ist ein interessantes Kunstwerk”, meint ein Zuschauer. “Man hört, dass sich etwas sehr Lautes in der Kiste tut. Aber draußen hört man nur ein dumpfes Rauschen, das im restlichen Lärm untergeht.”

Eine andere Zuschauerin ist begeistert: “Wirklich originell, so etwas habe ich noch nie erlebt. Mir tat nur die Band leid, weil sie eingesperrt waren und nicht atmen konnten, aber es war wirklich toll.”

Wie fühlen sich die Schwermetaller nach dem Gig im luftleeren Raum? Drummer Doug Anderson muss erst mal kräftig Luft holen. “Wenn man rauskommt, ist man ziemlich erleichtert. Es ist so frisch. Da drinnen wird es schnell richtig heiß. Die letzten fünf Minuten waren die Hölle.”

Schwitzen, der Kunst zuliebe. Was war das Schlimmste?

“Woran viele Leute gar nicht denken: der Platzmangel. Die meisten sagen sich, es gibt keine Luft. Aber noch schlimmer ist der enge Raum. Natürlich fällt das Atmen schwer, aber die Tatsache, dass ich bei jedem Schlag mit den Ellbogen an die Wand anstieß und die anderen mit den Köpfen die Decke berührten, das war ziemlich heftig”

Die Performance ist bis Anfang in London zu sehen, im Rahmen des Kulturfestivals "Sculpture in the City". Die Musiker steigen zweimal die Woche in die Kiste, mittwochs und freitags, um 18 Uhr.