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Ägypten: Harsche Urteile gegen führende Islamisten

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Ägypten: Harsche Urteile gegen führende Islamisten

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Zehn Todesurteile bestätigt, fast vierzig umgewandelt in lebenslange Haft: Das ist das
Urteil eines ägyptischen Gerichts gegen Anführer und Unterstützer der verbotenen Moslembruderschaft.

Die Islamisten waren in einem Massenprozess zunächst alle zum Tod verurteilt worden, insgesamt fast zweihundert von ihnen.

Die bekanntesten Angeklagten waren Mohammed Badie und Mohammed Beltagi, zwei der höchsten Anführer der Bruderschaft.

Beide gehören zu denjenigen, bei denen das Todesurteil nun zu Lebenslang umgewandelt wurde. Badie muss allerdings noch in zwei anderen Verfahren mit der Todesstrafe rechnen.

Von den jetzigen zehn Todesstrafen wurden acht in Abwesenheit der Angeklagten verhängt. Alle Urteile müssen noch von Ägyptens Mufti, dem obersten islamischen
Rechtsgelehrten, bestätigt werden.

Den Moslembrüdern wurde vorgeworfen, sie seien verantwortlich für die tödliche Gewalt bei Protestkundgebungen vor einem Jahr.

Damals war der gewählte Staatspräsident Mohammed Mursi, ebenfalls ein Moslembruder, von der Armee gestürzt worden.

Der damalige Armeechef ist inzwischen selber Präsident. Regierung und Justiz gehen mit aller Macht gegen die Moslembrüder vor.

Auch Mursi selbst steht vor Gericht, die Bruderschaft wurde inzwischen zur “terroristischen Vereinigung” erklärt.