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Energiewende: Kooperativen, die Wind machen

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Energiewende: Kooperativen, die Wind machen

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Nach Plänen der EU sollen bis 2020 20% des Energiemixes aus erneuerbaren Energien bestehen. Hier in Belgien gibt es eine neue Generation von Gemeinschaftsunternehmen, deren Ziel es ist, die Energiewende voranzutreiben.

Windenergie, Biogas, Sonnenenergie. Ecopower ist eine belgische Kooperative, die gleichzeitig eins der Gründungsmitglieder von REScoop ist, des europäischen Netzwerks von Gemeinschaftsunternehmen für erneuerbare Energien. Der Strom ist zum Selbstkostenpreis erhältlich. Es versorgt 1,5% des Marktes in der Region Flandern.

Dirk Vansintjan, der Direktor von REScoop, erinnert sich: “EcoPower fing klein an. Alles begann an einem Küchentisch. Jetzt gibt es 50.000 Mitglieder. Wir haben ein Eigenkapital von 50 Millionen Euro und machen jährliche Gewinne von mehr als 25 Millionen Euro.”

Die europäische Vereinigung der Kooperativen für erneuerbare Energien hat derzeit etwa 3.000 Mitglieder, die vor allem in der Finanzierung zusammenarbeiten.

Vansintjan erklärt, “eine Windturbine kostet drei Millionen Euro. Es liegt auf der Hand, dass die Höhe dieses Betrags ein Problem für ein kleines Unternehmen darstellt. Deshalb helfen die größeren Gemeinschaftsunternehmen kleineren aus, indem sie ihnen Bankgarantien geben oder Kredite anbieten. Für mich liegt der Schlüssel zum Erfolg der Gemeinschaftsunternehmen auf dem Energiesektor in ihrer Fähigkeit, eine Gruppe kompetenter Bürger zusammenzubringen, die sowohl Technik, Finanzen und soziale Angelegenheiten der Kooperative verwalten.”

Gegenseitige Unterstützung, Solidarität, aber auch eine genaue Aufteilung der Märkte. Das ist das Prinzip dieser Kooperativen, die erneuerbare Energien herstellen. Die Gewinne werden in Form von Dividenden und Rückgewinnen neu investiert oder umverteilt. Ein Prinzip, das sich auch bei Entscheidungsfindungen widerspiegelt.

Der Experte für Sozialwirtschaft Benjamin Huybrechts nennt ein Beispiel: “Ein Landwirt stellt sein Feld bereit, damit ein Windrad aufgestellt werden kann. Da Mindestabstände eingehalten werden müssen, kann sein Nachbar kein Windrad aufstellen, er ist somit finanziell im Nachteil. In einer Kooperative kann die Entscheidung im Kollektiv fallen, die Gewinne würden wieder in die Gemeinschaft zurückfließen, sodass alle davon profitieren.”

Die europäische Gemeinschaft der Kooperativen für Energie und erneuerbare Energien unterstützt darüber hinaus die Gründung neuer Gemeinschaftsunternehmen.

Huybrechts meint, “dank dem Zusammenschluss wird der Sektor professioneller, weil es ein Mentorensystem und geteilte Aufgabenfelder, gegenseitige Hilfsleistungen und die Entwicklung neuer Initiativen gibt.”