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Keine Politikerreden bei Srebrenica-Gedenken

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Keine Politikerreden bei Srebrenica-Gedenken

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Mehrere tausend Menschen haben in der Gedenkstätte Potocari des Massakers von Srebrenica gedacht. Wie immer am Jahrestag des schlimmsten Massakers in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg wurden im vergangenen Jahr identifizierte Opfer auf dem Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. In diesem Jahr waren es 175 die neben den sterblichen Überresten der 6.066 bereits bestatteten begraben wurden.

Noch immer werden in Massengräbern Opfer des Massakers gefunden. Man versucht sie mit Hilfe eines Gentests zu identifizieren.

Schätzungsweise 8.000 Muslime wurden im Juli 1995 von den vorrückenden serbischen Truppen unter dem Befehl von General Ratko Mladic abgeschlachtet. Vor den Augen niederländischer UN-Soldaten selektierten die serbischen Soldaten in der damaligen UN-Schutzzone die muslimischen Männer und Jungen.

Mehrere einstige bosnisch-serbische Offiziere wurden vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Auf Drängen der Hinterbliebenen wurde in diesem Jahr zum ersten Mal auf Reden verzichtet. Sie fühlten das Gedenken zu parteipolitischen Zwecke missbraucht. Die Gedenkfeier hatte einen religiösen Charakter.