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Péter Geszti covert Sting - Ein Song über Ungarn, die ihre Koffer packen

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Péter Geszti covert Sting - Ein Song über Ungarn, die ihre Koffer packen

Péter Geszti covert Sting - Ein Song über Ungarn, die ihre Koffer packen
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Über seine im Ausland lebenden Landsleute singt der Ungar Péter Geszti in dem Song “Hungarian In Europe” zu der Melodie von Stings berühmtem Ohrwurm "Englishman in New York". Nicht unbedingt aus Abenteuerlust kehren die Ungarn ihrer Heimat den Rücken, meint der Sänger.

Péter Geszti: “Viele meiner Freunde haben das Land verlassen. Als ein mir nahestehender Musikerkollege ebenfalls ging, beschloss ich, mich näher mit dem Problem auseinanderzusetzen.”

Jüngsten Statistiken zufolge leben derzeit über 500 Tausend Ungarn im europäischen Ausland, vor allem in Großbritannien, Deutschland und Österreich. Die meisten sind unter 30. Eine ganze Generation hat die Koffer gepackt aus Mangel an Zukunftsperspektiven.

Immigrationswellen gab es einige in der bewegten ungarischen Geschichte, beispielsweise 1956 nach der Niederschlagung des Volksaufstands.
Auch diesmal sind es nicht nur wirtschaftliche Gründe, die die Ungarn zum Aufbruch bewegen.

Péter Geszti: “Leider findet die Politik sehr merkwürdige und genau die falschen Antworten auf soziale Probleme. Deswegen haben so viele Menschen beschlossen, der Situation zu entfliehen. Sie suchen sich eine andere, stabilere und zivilere Demokratie, in der das Gesetz, die Freiheit der Menschen und der Wohlstand gesichert sind, zumindest sicherer, als in Ungarn.”

Um dem Song ein persönlicheres Gesicht zu verleihen, zeigt das Video Amateuraufnahmen von ausgewanderten Ungarn.

Péter Geszti: “Ich habe nach einer originellen Verpackung gesucht, damit sich die Leute stärker mit dem Song identifizieren können. Ich wollte, dass in dem Videoclip die Leute zu sehen sind, um die es geht. Denn es geht nicht um die Menschen hier in Ungarn, sondern um die Leute, die weit weg sind.”

Mit seinem engagierten Lied stieß Péter Geszti vor allem im Internet auf starke, nicht nur positive Resonanz. Manchen war der Ton zu politisch. Der Sänger hatte sich bereits vor ein paar Jahren mit einem anderen Song, “Magyarország”, eine Art Lobeshymne auf Ungarn, den Zorn der sozialen Netzwerke zugezogen.

Péter Geszti: “Der Ton, den die Diskussion heute in Ungarn angenommen hat, ist inakzeptabel. Es geht doch nur um einen einfachen Song. Ich finde, das ist mit der europäischen Auffassung von Menschenwürde nicht vereinbar. Leute, die derartige Kommentare auf Internetforen hinterlassen, respektieren nicht die menschliche Würde.”

Dem Sänger und Songschreiber beschert die Diskussion um seinen Song auf jeden Fall mehr Rampenlicht.

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