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Slowjansk nach Abzug der Rebellen: Schäden an Haus und Seele

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Slowjansk nach Abzug der Rebellen: Schäden an Haus und Seele

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Die Spuren des Kampfes um das ostukrainische Slowjansk sind überall zu sehen. Einschusslöcher, zerstörte Häuser, kaputte Straßen. Bilder, wie man sie in Europa kaum mehr für möglich gehalten hätte. Die prorussischen Separatisten sind fort, die ukrainische Armee hat gewonnen – zu einem hohen Preis.

Eine Frau, deren Cafe und Wohnung zerstört wurden, sagt: “Unser Präsident kam und versprach uns Geld für den Wiederaufbau. Wir haben einen Antrag an die Stadt geschickt, eine Kommission wird den Schaden aufnehmen und bewerten. Das gibt uns die Hoffnung, dass sie uns helfen werden, denn ich habe mein Geschäft und mein Zuhause verloren.”

Ein paar Meter vom Cafe entfernt räumen Arbeiter die Trümmer eines Wohnblocks fort. Die Armee hatte sich hier mit Rebellen ein heftiges Gefecht geliefert, zehn Bewohner kamen ums Leben, eine Leiche soll noch unter den Trümmern liegen.

Eine Frau, deren Eltern unter den Toten waren, berichtet, das Gefecht habe plötzlich am frühen Morgen begonnen, niemand habe sich verstecken können. Sie selbst sei nicht aus Slowjansk, sie werde nun in ihren Heimatort zurückkehren. Ihre Eltern habe sie bereits bestattet.

Die Rückkehr zur Normalität wird schwierig. Die Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und den Separatisten haben nicht nur Spuren in der Stadt, sondern auch bei ihren Bewohnern hinterlassen. Die Rebellen waren am vergangenen Woche aus dem 100.000 Einwohner zählenden Slowjansk abgezogen.