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Spionageaffäre: Diplomatische Krise zwischen Deutschland und den USA spitzt sich zu

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Spionageaffäre: Diplomatische Krise zwischen Deutschland und den USA spitzt sich zu

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Die Spionageaffäre zwischen Deutschland und den USA wird immer mehr zur Belastungsprobe für die Verbündeten. Nach dem ein weiterer mutmaßlicher Spitzel enttarnt wurde, griff die Bundesregierung am Donnerstag zu einer ungewöhnlich harten diplomatischen Maßnahme: Sie forderte den obersten US-Geheimdienstler in Berlin öffentlich dazu auf, das Land zu verlassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel fand ungewöhnlich harte Worte: “Mit gesundem Menschenverstand betrachtet, ist das Ausspionieren von Verbündeten letztlich Vergeudung von Kraft.”

Daraufhin betonte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki in Washington, dass die Beziehung zu Deutschland außerordentlich wichtig sei: “Wir arbeiten in vielen Bereichen zusammen, so Psaki. “Sicher gibt es Bereiche, in denen wir unterschiedlicher Meinung sind. Zeichen einer guten Beziehung ist es aber, dass man Meinungsverschiedenheiten oder Herausforderungen überwinden kann.”

In einem Interview mit dem deutschen Fernsehen hatte US-Präsident Barack Obama noch im Januar klare Regeln für Überwachung angekündigt. “Ich habe eine Präsidentendirektive erlassen, die deutlich macht, was wir im Hinblick auf die Auslandsüberwachung tun werden und was wir nicht tun werden”, so der Präsident im Interview.

In Deutschland wird gegen einen mutmaßlichen Spitzel im Verteidigungsministerium ermittelt. Zudem wurde ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes festgenommen, der für die CIA spioniert haben soll. Bundesanwaltschaft und das Bundestagsgremium zur Kontrolle der deutschen Geheimdienste sind mit der Affäre beschäftigt. Auch in Washington wird das Thema diskutiert: Kongressmitglieder beider Parteien forderten Obama zum Handeln auf.