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Kurden übernehmen Ölfelder und bereiten Unabhängigkeit vor

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Kurden übernehmen Ölfelder und bereiten Unabhängigkeit vor

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Nach der Übernahme der Kontrolle über zwei wichtige Ölfelder durch die Regierung der Autonomen Region Kurdistan hat sich der Machtkampf im Irak verschärft. Die kurdische Peschmerga-Armee hatte am Freitag die Ölfelder von Bai Hassan und Kirkuk in ihre Gewalt gebracht. Dort werden täglich rund 450.000 Barrel Rohöl gefördert. Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan verteidigt ihr Vorgehen:

“Ministerpräsident Maliki hat einseitig und unrechtmäßig das Budget der Region Kurdistan gekürzt und die Gehalts-Zahlungen an die Beamten eingestellt. Wir mussten handeln, um die Dienstleistungen und die Gehaltszahlungen sicherzustellen. Daher werden wir soviel Öl fördern, wie wir brauchen”, erklärte der Außenminister der kurdischen Regionalregierung Falah Mustafa Bakkir.

Im Chaos, das der Vormarsch der Dschihadisten vom “Islamischen Staat” ausgelöst hat, haben kurdische Truppen alle Gebiete erobert, die die Kurden historisch beanspruchen. Jetzt beginnen sie damit, den Weg in eine staatliche Unabhängigkeit zu beschreiten. Die kurdischen Minister der Zentralregierung haben ihre Ämter niedergelegt und eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Irakisch-Kurdistans ist in Vorbereitung. Die Ende April gewählten kurdischen Abgeordneten des Parlamentes in Bagdad wollen aber vorerst noch weiter an den Tagungen der Volksvertetung teilnehmen.