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Ostukraine: Auf Streife in Slowjansk

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Ostukraine: Auf Streife in Slowjansk

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Vor knapp einer Woche haben sich die Separatisten in der Ostukraine aus der zuvor umkämpften Stadt Slowjansk zurückgezogen. Jetzt kontrollieren regierungsfreundliche Einheiten die gezeichnete Stadt. euronews-Reporterin Angelina Kariakina begleitet eine nächtliche Kontrollfahrt durch die Straßen von Slowjansk, wo nur wenige Lichter brennen, da das Stromnetz noch immer nicht wieder funktioniert.

Einer, der sich für den Polizeidienst im Osten des Landes gemeldet hat, ist Yuriy Cheban. Er erzählt: “Ich war nie in der Armee, habe nie bei der Polizei gearbeitet. Nun aber musste ich mich genau dafür entscheiden. Vielleicht ist es so etwas wie ein patriotischer Geist. Irgendjemand musste diese Arbeit ja machen.”

Yuriy Cheban war früher Landwirt in der Westukraine, dann Demonstrant auf dem Maidan. Jetzt fährt er in Slowjansk Streife. Die Reporterin will wissen, ob sie viel zum Maidan gefragt werden. “Nein”, sagt Cheban. “Wir sprechen nicht viel darüber, nur mit einer ehemaligen Einheit der Bereitschaftspolizei. Wir wohnen gerade im gleichen Wohnheim und haben mit ihnen zusammengearbeitet, die Straßen in einem Nachbarort geräumt.”

Mit den Ängsten der Menschen hier kommen die Männer direkt in Berührung. Eine Einwohnerin meldet Diebe, die es auf Oberleitungen von Bussen abgesehen haben. Als die Streife das Gelände absucht, warnt die Frau sie vor Blindgängern. Sie berichtet, dass die Diebe Kabel und alles Mögliche klauen. “Unsere Autowerkstatt wurde komplett ausgeraubt. Es gibt kein Licht und damit keine Sicherheit. Sogar mit einem Wachmann ist es gefährlich. Er könnte umgebracht werden.”

Die Diebe haben sich rechtzeitig aus dem Staub gemacht. Yuriy Cheban und seine Kollegen wollen später noch einmal nachsehen. Sie sagen, Slowjansk sei voller gefährlicher Überraschungen.