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Israel: "Iron Dome" - Raketenabwehr und Beruhigungspille in einem

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Israel: "Iron Dome" - Raketenabwehr und Beruhigungspille in einem

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“Iron Dome”, zu deutsch: Eisenkuppel, heißt das Raketenabwehrsystem Israels. Hunderte Raketen aus dem Gaza-Streifen sind vergangene Woche an dieser Eisenkuppel zerschellt. Das Abwehrsystem lässt Israel nahezu unverwundbar erscheinen, diesen Eindruck will das Militär bei einem geführten Rundgang für Journalisten jedenfalls erwecken. “Tatsächlich ist das “Iron Dome”-Abwehrsystem ein großer Erfolg beim Retten israelischer Leben”, sagt Armeesprecher Peter Lerner. “In Tel Aviv fängt es 90 Prozent der Raketen ab.”

Auch die Kommandozentrale von Askelon, sieben Kilometer von Gaza entfernt, bekommen die Journalisten zu sehen. Iron Dome gebe der Bevölkerung auch ein größes Sicherheitsgefühl, wird ihnen hier erklärt: “Seit dem 8. Juli wurden über 65 Raketen auf Askelon abgefeuert und über 35 davon hat Iron Dome abgeschossen”, erläutert der städtische Sicherheitsinspektor Alan Marcus.

Auch der Einblick, den eine israelische Familie in ihr Leben gibt, ist Teil der Inszenierung. Mutter Ravit Lowe sagt, ihre Kinder seien in Angst aufgewachsen. “Ich bin besorgt und habe Angst. Ich will, dass das so schnell wie möglich vorbei ist”, erzählt sie den versammelten Journalisten. “Sie können es hören – wir hören das die ganze Zeit. Wir gehen schon gar nicht mehr in den Garten, denn 30 Sekunden sind nicht viel, um Schutz zu suchen. Die Kinder sind ängstlich, deshalb bleiben wir den ganzen Tag im Haus.” Dann fügt sie noch hinzu, die Palästinenser, die Israelis und die internationale Gemeinschaft sollten besser eine Lösung finden, als Geld für Waffen auszugeben.”

Die israelische Regierung wolle zeigen, dass sie ihre Bürger vor dem Beschuss der Hamas schützen kann; dass sie das palästinensische Trommelfeuer nicht abschreckt, lautet das Fazit von euronews-Reporterin Valerie Gauriat. “Auch wir haben heute mehrere Raketenangriffe in Ashkelon miterlebt, abgewehrt durch Iron Dome. Es ist ein zermürbender Krieg, der münden könnte in eine Bodenoffensive auf Gaza. Diese Möglichkeit scheint die Israelis, die wir heute getroffen haben, in jedem Fall mehr zu beunruhigen als der Beschuss der Hamas.”