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BRICS schaffen Gegengewichte zum Westen

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BRICS schaffen Gegengewichte zum Westen

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Im nordostbrasilianischen Fortaleza hat das sechste Gipfeltreffen der BRICS-Staaten begonnen. Die fünf Regionalmächte (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) machen 46 Prozent der Weltbevölkerung aus und vereinen auf sich knapp 20 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und 16 Prozent des Welthandels.

Das zweitägige Treffen, das am Mittwoch in Brasília weitergeht, steht unter dem etwas sperrigen Titel “Inklusives Wachstum: Nachhaltige Lösungen”.

Auf der Tagesordnung der fünf Staats- und Regierungschefs steht die Vertiefung der wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit ihrer Länder.

Nach zwei Jahren harter Verhandlungen wollen die BRICS-Staaten endlich ihre Entwicklungsbank gründen. 50 Milliarden Grundkapital, das zu gleichen Teilen von den fünf Partnern gezeichnet wird, soll das Institut erhalten. Die Bank soll große Infrastrukturprojekte in den BRICS-Staaten, aber auch Baumaßnahmen in anderen Ländern finanzieren, vor allem in Afrika – und eine Alternative zu den vom Westen dominierten Institutionen Weltbank und IWF bieten.

100 Milliarden Dollar soll ein Währungsfonds enthalten, der die Mitgliedsstaaten in Krisenfällen vor Zahlungsschwierigkeiten bewahren soll.

Schwergewicht in der Fünfer-Gruppe ist China. Und so gilt es als ausgemacht, dass die Entwicklungsbank ihren Sitz in Shanghai haben wird, auch wenn einige fürchten, China könnte die Bank für seine eigenen Zwecke “kapern”. Chinas Staatspräsident Xi JinPing betonte im Vorfeld das Interesse Pekings, die Rolle der Entwicklungs- und Schwellenländer international zu stärken.

In ihren Heimatregionen spielen die BRICS inzwischen selbst eine dominante Rolle, auch wenn jeder der fünf mit hausgemachten Problemen zu kämpfen hat.

Analysten sind sich sicher: trotz sich abschwächender Wachstumsraten wird das Gewicht der BRICS in der Weltwirtschaft weiter wachsen.

“Als größte Schwellenländer werden sie ziemlich wichtig bleiben. In den vergangenen Jahren kam die Hälfte des Wachstums der Weltwirtschaft von ihnen. Das zeigt wie bedeutend ihr Beitrag ist”, betont Cui Li, Managing Director, China Macro Research von Goldman Sachs.

Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin bietet das Treffen in Fortaleza eine willkommene Bühne, um zu demonstrieren, dass westliche Versuche, Russland zu isolieren, zum Scheitern verurteilt sind. So gelang es dem Kreml zu erreichen, dass in der Schlusserklärung der Konflikt in der Ukraine nur am Rande erwähnt wird.

Putin selbst sprach sich dafür aus, “die Rolle der BRICS auf ein neues Niveau anzuheben und zu einem unveräußerlichen Teil des globalen Systems zu machen”.

Weiterführender Link

VI BRICS Summit