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Jünger, weiblicher, euroskeptischer: Cameron baut Kabinett um

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Jünger, weiblicher, euroskeptischer: Cameron baut Kabinett um

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Postenwechsel im britischen Kabinett. Premier David Cameron baut um, und der wohl prominenteste Politiker, der geht – gehen muss -, ist der bisherige Außenminister William Hague. Der 53 Jahre alte Torie will sich aus der Politik wohl ganz zurückziehen.

Sein Nachfolger wird der bisherige Verteidigungsminister Philip Hammond. Dieser Wechsel im Außenamt kommt nur zwei Monate nach der schweren Niederlage der Konservativen bei der Europawahl. Hammond ist unter anderem für seine skeptische Haltung gegenüber der EU bekannt. Der scheidende William Hague sprach von Kontinuität.

“Philip Hammond, David Cameron und ich verfolgen genau dieselbe Europa-Politik. Wir wollen die Beziehung Großbritanniens mit der EU verbessern und dann ein Referendum darüber abhalten, ob wir in der EU bleiben oder sie verlassen. Dazu stehen wir, und die Conservative Party ist in dieser Frage geeinter, als sie es in all der Zeit, die ich in der Politik bin, jemals war, und das ist eine lange Zeit. Wir werden also alle dafür werben und ich weiß, Philip Hammond wird sich ebenfalls dafür einsetzen.”

Der Anti-Europa-Kurs der Briten verstärkt sich. Einer, der sich darüber freuen dürfte, ist EU-Gegner Nigel Farage, Chef der eurokritischen Partei UKIP.

Farage: “Das ist ein Erdbeben in der britischen Politik. Es ist ein bemerkenswertes Ergebnis und ich denke, es wird tiefgreifende Folgen für die Vorsitzenden der anderen Parteien haben.”

Jünger und weiblicher soll das neue Kabinett werden, statt den bisher drei, sitzen nun sieben Frauen am Regierungstisch. Aber auch euroskeptischer wird die Regierung – nicht zuletzt will Cameron dem Dauererfolg der UKIP etwas entgegensetzen, denn Farages Partei kostet Camerons Konservative spürbar Stimmen.

In der EU ist Cameron recht isoliert, zuletzt verlor er den Kampf gegen die EU-Kommissionspräsidentschaft Jean-Claude Junckers. Seine Wiederwahl kommendes Jahr sollen ihm die Versprechen sichern, sein Land gegenüber der EU besserzustellen und vor allem 2017 das Referendum über einen möglichen Austritt abzuhalten.