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Menschen in Gaza: "Wir wollen nur ein anständiges Leben"

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Menschen in Gaza: "Wir wollen nur ein anständiges Leben"

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Der neue Konflikt in Gaza ist nicht nur ein humanitäres Desaster, er offenbart auch neue, politische Schwierigkeiten mit hohen Auswirkungen für die Menschen dort. Die Hamas hatte am Dienstag vergangener Woche einen Friedensplan abgelehnt, den die ägyptische Regierung zusammen mit Israel entwickelt hatte. Die Organisation zeigt mit dieser Ablehnung ihre zunehmende Isolation.

Die ehemals hoch angesehene Hamas hat in den letzten Jahren Einnahmequellen und Verbündete verloren. Es kann spekuliert werden, dass der jetzige Konflikt von der Organisation auch am Leben gehalten wird, um wieder sicheren Fuß zu fassen, sowohl in Gaza wie auch bei manchen ausländischen Regierungen. Die Hamas hat derzeit nichts zu verlieren, so wohl das Kalkül.

Tatsächlich allerdings hat die Organisation sehr wohl noch etwas zu verlieren, nämlich das Vertrauen der Bevölkerung. Dieses scheint bereits zu schwinden, wie Interviews, die euronews in Gazastadt führte, zeigen.

Dieser Krieg verletze nur Unschuldige, sagte uns ein Mann, er wisse wirklich nicht, wozu gekämpft werde. “Wir wollen nur ein anständiges Leben führen, wir möchten, dass Israel die Blockade aufhebt, damit die palästinensische Bevölkerung eine Chance auf ein besseres Leben hat.”

Es gebe keine Sicherheit, meinte ein jüngerer Mann, und man brauchte dringend Hilfe im Gazastreifen. Dieser Meinung ist auch ein anderer Mann, der nach einer wirklichen Friedensinitiative verlangt, einer Initiative, so konkretisiert er, die sich um die Bedürfnisse der Bewohner kümmert. Es sei, so schließt er, “kein Leben in Gaza.”

Analysten befürchten unterdessen, dass der Konflikt immer weiter außer Kontrolle gerät und sich letztlich in einen Flächenbrand verwandeln könnte. Die Hamas, so ist die Meinung, sei so schwach, dass Israel als Sieger aus diesem Konflikt hervor gehen könnte. Das jedoch birgt weitere Gefahr, da angenommen werden kann, dass eine nachfolgende Organisation noch weniger zu Verhandlungen bereit sein dürfte.