Eilmeldung

Eilmeldung

Tanzen? In der New Yorker U-Bahn verboten!

Sie lesen gerade:

Tanzen? In der New Yorker U-Bahn verboten!

Schriftgrösse Aa Aa

Wer schon mal die New Yorker U-Bahn benutzt hat, kennt das Bild. Tänzer erheitern die Mitfahrer mit akrobatischen Tricks und erbitten im Gegenzug ein wenig Geld. Das soll sich nun ändern.Tanzen ist im New Yorker Untergrund verboten und wird aufs Schärfste geahndet. Polizeichef William Bratton kennt kein Erbarmen. Tanz-Akrobatik sei zwar kein Verbrechen, aber: “Dieses Verhalten ist in der U-Bahn nicht angemessen. Es stellt eine Gefahr für die Akrobaten und die anderen Bahnbenutzer dar.”

Über 200 Menschen wurden seit seinem Amtsantritt im Januar wegen unerlaubter U-Bahn-Akrobatik festgenommen. 2013 waren es im selben Zeitraum nur knapp 40. Profis wie Andrew “Goofy” Saunders, der im Untergrund groß wurde und heute eine zwölfköpfige Tanztruppe leitet (die sogar einen Sponsor hat und seriöse Engagements), meiden ihre einstige Spielwiese und sind enttäuscht über das Verbot.

Andrew “Goofy” Saunders: “Wir haben keinen Raum mehr für unsere Performances. Sogar auf der Straße braucht man eine Erlaubnis.”

Dabei wollen er und seine Kollegen doch nur unterhalten und die Menschen erfreuen, meint ein anderer Subway-Tänzer.

Auch der New Yorker und U-Bahn-Nutzer Arthur Kramer hat kein Verständnis für das Verbot. “Es gibt so viele abscheuliche Verbrechen in dieser Stadt. Das Tanzen ist nicht schlimm, das kenne ich schon mein ganzes Leben lang, seit ich in Manhattan lebe.”

Den neuen Kurs begründet die Polizei mit der “Theorie der zerbrochenen Fenster”: Ein Sprung in der Scheibe kann zum Einsturz eines ganzen Hauses führen. Sprich: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Außerdem stoßen die Tänzer nicht bei allen Fahrgästen auf Gegenliebe. Das Bußgeld beläuft sich auf 100 Dollar. Genervte U-Bahn-Fahrer haben nun wohl ihre Ruhe. Und der Nachwuchs muss sich einen neuen Spielplatz suchen.