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Israelis am Gazastreifen: "Wir waren mal Freunde"

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Israelis am Gazastreifen: "Wir waren mal Freunde"

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Sderot im Süden Israels, kurz nach dem Einschlag einer Rakete aus dem Gazastreifen. Die Grenze zum Palästinensergebiet ist kaum einige hundert Meter entfernt. Seit 2001 landeten hier mehr als 10000 Raketen aus Gaza – 600 allein in den vergangenen zwei Wochen. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren ein ausgefeiltes System gegen die Angriffe aus Gaza entwickelt. Mit Kameras und Monitoren. Eine langfristige Lösung könne das aber nicht sein, sagen viele hier.

Ohad Peretz, ein Jugendarbeiter, erinnert sich an bessere Tage: “Als ich ein Kind war, war die Grenze zwischen Sderot und Gaza offen. Ich habe mein erstes Fahrrad dort gekauft. Die Leute aus Gaza kamen zum Arbeiten hierher, es gab Freundschaften. Die Älteren in Sderot wissen also davon, wie es auch sein kann.”

Von einem Hügel aus beobachten einige Sderoter die Militärschläge gegen den Gazastreifen. Sie versichern, sie seien nicht da, um der Armee beim Töten von Palästinensern zuzuschauen.

Ein junger Mann sagt: “Wir wollten sehen, wie das Abwehrsystem Eisenkuppel die Raketen abfängt, damit keiner verletzte wird. Wir wollen in Frieden mit den Leuten aus dem Gazastreifen leben. Aber der Raketenbeschuss muss aufhören.”

Alon Davidi, der Bürgermeister Sderots, ist zuweilen auch auf dem Hügel. Er wählt deutlichere Worte. Solange die Hamas weiter Raketen schicke, solle die Regierung die Armee einsetzen, die Hamas ausbomben, umbringen und zerstören.