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"Primitiv": Russland ist sauer über weitere Sanktionen

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"Primitiv": Russland ist sauer über weitere Sanktionen

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Moskau ist nicht erfreut über die neuen Sanktionen der EU und der USA. Als primitiv bezeichnete das Außenministerium den Schritt des Westens, es handele sich um einen Versuch der Rache, weil sich die Lage in der Ukraine nicht nach dem Willen Washingtons entwickele.

Präsident Wladimir Putin sandte deutliche Worte an die USA. “Diese Sanktionen haben einen Bumerang-Effekt, sie werden die Beziehungen zwischen Russland und den USA in eine Sackgasse führen und schweren Schaden verursachen. Ich bin sicher, dass dies auch die langfristigen strategischen Interessen der US-Regierung und der Bürger dort beschädigen wird.”

Die USA belegten unter anderem bestimmte Unternehmen mit Sanktionen. Die Europäer machten beim EU-Gipfel in Brüssel gleichzeitig den Weg für Sanktionen gegen Unternehmen und Oligarchen frei, nannten aber noch keine Namen.

Die von den EU-Sanktionen betroffenen russischen Unternehmen dürfen den Plänen nach keine Geschäfte mehr mit EU-Konzernen machen und können nicht mehr über Vermögenswerte in der EU verfügen. Anzahl und Namen der Firmen blieben zunächst offen. Die Union werde auch prüfen, ob milliardenschwere Oligarchen oder Konzerne, die die Annexion der Krim unterstützen, auf die schwarze Liste kommen. Die EU-Staats- und Regierungschefs forderten in einer Erklärung einen dauerhaften Waffenstillstand in der Ukraine.

Durch die US-Sanktionen wird den betroffenen Unternehmen der Zugang zum amerikanischen Kapitalmarkt massiv erschwert. Zu den mit einem Embargo belegten Firmen gehört auch der staatlich kontrollierte Erdöl-Konzern Rosneft.

Dessen Chef Igor Setschin meinte: “Da Rosneft zum Haushalt Russlands beiträgt, richten sich diese Sanktionen nicht gegen Rosneft als Unternehmen, sie richten sich gegen die Bestrebungen Russlands, eine eigenständige Politik zu verfolgen. Sie sind ein Versuch, das wirtschaftliche Wohlergehen unserer Bürger zu verschlechtern.”

Daneben treffen die Sanktionen auch den Waffenhersteller Kalaschnikow und verschiedene Banken. Russlands Regierungschef Dimitrij Medwedew sagte, sein Land werde den Sanktionen standhalten. Er warnte, solche Schritte könnten die Beziehungen zum Westen auf das Niveau der Achtzigerjahre zurückwerfen.

Bisher hatten die EU und die USA vor allem mit Einreiseverboten und Kontensperrungen gegen mehrere Dutzend Russen und prorussische Ukrainer Druck auf Moskau ausgeübt. Die neuen Sanktionen richten sich allerdings nicht gegen gesamte russische Wirtschaftszweige, wie zuvor mehrfach angedroht worden war.

Die neuen Sanktionen drückten den russischen Aktienmarkt am Donnerstag deutlich ins Minus, der Rubel verlor gegenüber Euro und Dollar deutlich an Wert.

Mit dpa, Reuters, AFP