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Nuland: "Russland blutet aus, um einen Nachbarn zu destabilisieren"

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Nuland: "Russland blutet aus, um einen Nachbarn zu destabilisieren"

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Wir haben Victoria Nuland, die wichtigste Europaberaterin von US-Präsident Barack Obama in Brüssel zum Gespräch getroffen.

euronews: “Welchen Nutzen haben die Sanktionen gegen Russland?”

Nuland: “Wir hätten in der Ukraine eine großangelegte russische Invasion sehen können, womöglich hätte es keine Wahlen gegeben. Russland destabilisiert die Ostukraine weiter und hält die Krim weiterhin annektiert, aber sie haben auch einen hohen Preis gezahlt, über den die russischen Bürger bei den nächsten Wahlen nachdenken sollten. Die Wirtschaft liegt am Boden und geht in manchen Bereichen zurück. Sie haben 10 Prozent ihres Staatsfonds ausgegeben, um den Rubel zu stützen. Der IWF schätzt die Kapitalflucht allein in diesem Jahr auf einige hundert Milliarden Dollar. Wir haben die russische Wirtschaft aus dem Tritt gebracht und wir glauben, dass es die Entscheidungsfindung schließlich beeinflussen wird. Oder die russischen Bürger.

euronews: “Russlands Bürger allerdings scheinen nach wie vor in großer Mehrheit zu Putin zu stehen.”

Nuland: “Er füttert sie mit nationalistischer Rhetorik, aber das bringt den Menschen keine besseren Schulen, bessere Chancen, bessere wirtschaftliche Zustände in ihrem eigenen Land. Sie müssen sich an einem bestimmten Punkt fragen, warum sie finanziell ausbluten, nur um einen Nachbarn zu destabilisieren, während sich die Zustände im eigenen Land nicht verbessern.”

euronews: “Gilt es, die Annexion der Krim durch Russland zu akzeptieren?”

Nuland: “Weder die ukrainischen Bürger noch die USA oder die EU werden jemals die Verletzung der staatlichen und territorialen Integrität der Ukraine hinnehmen. Wir werden sehen müssen, was die Menschen auf der Krim zu denken beginnen, wenn ihre Wirtschaft anfängt, wegzuschrumpfen. Die Einnahmen aus dem Tourismus sind stark gesunken auf der Krim. Es ist schwierig, einen Kredit zu bekommen. Es ist eine Gegend, wo die EU führend war sicherzustellen, dass es keine Investitionen und Integration mit der Krim geben kann in Folge der russischen Entscheidungen.”