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Was ändert sich nach dem Flugzeugabsturz an den Sanktionen gegen Russland?

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Was ändert sich nach dem Flugzeugabsturz an den Sanktionen gegen Russland?

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Die internationale Presse hat das Thema auf den Titelseiten. Nicht nur Zeitungen in Ländern, deren Bürger direkt betroffen sind. Und nicht nur die deutsche “BILD-Zeitung” ist sich am Tag danach schon sicherer als die Experten: “Abgeschossen”.

Inzwischen deutet vieles darauf hin. Und wenn es die pro-russischen Seperatisten waren, dann können sie die Waffen dafür eigentlich nur aus Russland haben. Auch das Personal am Startknopf wie an der dazu gehörenden Elektronik kann nicht aus kriegsbegeisterten Laien bestehen. Schon bei Russlands Krim-Operation war von Militärs ohne Hoheitsabzeichen die Rede. Russland wird bereits seit Monaten von USA und EU mit Sanktionen belegt. Was wird sich nach dieser Katastrophe ändern an der EU-Politik? Das haben euronews-Reporter in Brüssel die Politikwissenschaftlerin Amanda Paul vom European Policy Centre gefragt: Sie meint:
“Das sollte jetzt eigentlich ein Wendepunkt sein, weil die Lage soweit eskaliert ist, viel weiter, als man sich das je vorstellen konnte. Klar ist, zu diesem Unglück hätte es nicht kommen können, wenn die Seperatisten nicht von Russland ausgerüstet worden wären. Das bedeutet, die EU müsste sich jetzt auf das letzte Drittel der möglichen Sanktionen zubewegen.”

Vermutet wird schon, dass die Seperatisten in ihren von niemandem anerkannten selbsternannten “Volksrepubliken” auch wirtschaftlich nicht ohne Hilfe des großen Bruders im Osten durchhalten könnten.
Sie sollen den gefundenen Flugschreiber bereits nach Moskau geschickt haben – wo ihn allerdings niemand haben will. Denn das wäre ein klarer Bruch internationaler Regeln und damit wieder ein Negativpunkt für den Kreml. Muss dessen Hausherr Putin sich denn nun vor weiteren westlichen Sanktionen fürchten?

Die Expertin meint: “Wir haben gesehen, dass die russische Wirtschaft von den Sanktionen schon beeinflusst wird. Aber nicht so sehr. Bisher sind es recht leichte Sanktionen. Wenn man Russland mit stärkeren Sanktionen kommen wird, so denke ich, werden die Auswirkungen auf die Wirtschaft auch stärker. So muss es sein. Ich hoffe, Präsident Putin wird letztlich zweimal darüber nachdenken, was er wirklich tun wird. Natürlich bringen Sanktionen niemals hundertprozentige Resultate. Aber alles ist besser, als nur dazusitzen und zu reden.”

Blumen vor der Botschaft von Malaysia in Moskau. Natürlich wohnen auch in der russischen Hauptstadt Menschen, die am Unglück anderer ehrlich Anteil nehmen.