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Flugzeugunglück: Ermittler beklagen weiter massive Behinderungen

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Flugzeugunglück: Ermittler beklagen weiter massive Behinderungen

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Zwei Tage nach dem Absturz der malaysischen Boeing über der Ostukraine beklagen Ermittler weiter massive Behinderungen durch Separatisten. Ein Sprecher der OSZE erklärte, bewaffnete Rebellen hätten die Arbeit der 20 OSZE-Vertreter erheblich eingeschränkt.

Er berichtete zudem von Unbekannten, die Leichen am Unglücksort in Plastiksäcke gepackt und an den Straßenrand geschafft hätten. Ob die so genannten “Experten” im Auftrag der ukrainischen Regierung handelten oder Aufständische seien, sei unklar.

Die Separatisten wiesen unterdessen die Vorwürfe zurück, sie würden die Arbeit der Ermittler behindern. Sie sagten den Experten eine Zusammenarbeit zu, wollten aber im Absturzgebiet bleiben, um eine “objektive Untersuchung” zu gewährleisten.

Von mehr als 100 Absturzopfern fehlt weiterhin jede Spur. 186 Leichen seien bislang geborgen worden, teilten die ukrainischen Behörden mit. Der Verbleib der beiden Black-Box-Rekorder ist derweil weiter unbekannt.

Der Chef der ukrainischen Spionageabwehr äußerte sich unterdessen zum angeblichen Abschuss der Maschine: “Rebellen können das sehr anspruchsvolle und hoch entwickelte Raketensystem BUK-M1 nicht bedienen. Um BUK-M1 bedienen zu können, braucht man militärisches Wissen und eine gute Ausbildung. Wir wissen mit Sicherheit, dass das ein russisches Team war, dass russische Staatsangehörige das Buk-M1-System bedient haben. Diese Personen kamen vom Gebiet der Russischen Föderation herüber, zusammen mit dem Raketenwerfer.”

Das ukrainische Innenministerium veröffentlichte ein Video, auf dem ein Buk M1-System zu sehen ist. Der Transporter soll am Freitag in Richtung Russland gefahren sein, eine Rakete fehlte offenbar. Russland teilte derweil mit, man habe am Donnerstag auf dem Radar Aktivitäten eines ukrainischen Buk-Systems registriert.