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"Die Menschen versuchen nur noch, zu überleben"

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"Die Menschen versuchen nur noch, zu überleben"

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Unsere Korrespondentin Valérie Gauriat berichtet aus dem Gaza-Streifen.

euronews
Die Bombenangriffe scheinen nicht nachzulassen, und das, obwohl es schon am Sonntag einen bisher nicht dagewesenen Gewaltausbruch gegeben hatte. Sie haben das miterlebt, Valérie. Wie reagieren die palästinensischen Zivilisten, die in diesem Konflikt gefangen sind? Wie versuchen sie, ihrem Alltag nachzugehen?

Valérie Gauriat
Bevor ich die Frage beantworte: Ich bin nicht sicher, ob Sie die Explosionen hinter mir gehört haben? Sie waren sehr gewaltig, die Bombardements in Gaza haben gerade wieder begonnen. Man hat dicke, weiße und schwarze Rauchwolken aus dem Stadtviertel Shagaya aufsteigen sehen, demselben Viertel, das in der Nacht von Samstag auf Sonntag massiv bombardiert worden war. Und die Angriffe werden heftiger.

Die Arbeiter hier im Studio, in dem ich bin, geben mir Zeichen, dass ich mich beeilen soll. Was die Lage der Zivilisten angeht, viele sind erschüttert und zornig. Wir waren am Morgen auf dem Markt unterwegs, es waren zwar Menschen dort, aber weniger als üblich.

Die Bewohner versuchen einfach, zu überleben, denn leben könne man das nicht nennen, sagen sie, die Familien, die Kinder können nicht mehr normal leben. Es fehlt an allem, an Nahrung, Medikamenten, und vor allem fehlt es an Freiheit in dieser Enklave, die für die Menschen hier zu einem wahren Gefängnis geworden ist, wie es auch viele Sprüche aussagen, die überall in den Straßen von Gaza zu sehen sind.

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Die Opferzahlen steigen stündlich, wie ist die Situation in den Krankenhäusern der Enklave?

Valérie Gauriat
Die Krankenhäuser sind völlig überfüllt. Wir haben das Al-Shifa-Krankenhaus besucht, das größte Krankenhaus in Gaza, und vor den Toren war eine aufgebrachte Menschenmenge, auch drinnen war es voll, die Ärzte in ständiger Alarmbereitschaft, erschöpft, teils mit den Nerven am Ende. Es fehlt an Instrumenten, an Medikamenten, und wir erwarten, dass die Lage nach den jüngsten Bombenangriffen, die wir gerade erlebt haben, noch schlimmer wird.