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No-Fly-Zones: Das Rezept gegen Abschüsse?

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No-Fly-Zones: Das Rezept gegen Abschüsse?

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Der Absturz von des Malaysia-Flugs MH17 hat unter anderem eines deutlich gemacht: Die Routen vieler zivile Fluggesellschaften führen über riskante Gebiete, wie etwa den umkämpften Osten der Ukraine. Vor der Tragödie überflogen jeden Tag rund 350 Verkehrsflugzeuge das Gebiet. Dabei bestand ein Flugverbot, allerdings nur bis knapp 10.000 Meter.

Eurocontrol, die europäischen Organisation für die Luftverkehrskontrolle, will unter anderem diese Sperre des Luftraums über der Ostukraine nun untersuchen. Brian Flynn, Netzwerkmanager von Eurocontrol: “Die Schließung des Luftraums über der Ostukraine vom Boden bis auf 32.000 Fuß, also rund 10.000 Meter, trat am 14. Juli in Kraft. Einige Stunden später verhängten auch die russischen Luftfahrtbehörden ein ähnliches Verbot für den Luftraum östlich davon, und diese Sperre galt auch vom Boden bis 32.000 Fuß, es gibt also keine Inkompatibilität zwischen den beiden veröffentlichten Informationen.”

Nach dem Absturz der Boeing, die vermutlich abgeschossen wurde, untersagte die Luftfahrtbehörde der USA, die Federal Aviation Administration (FAA) es weiteren Fluglinien, über die Ostukraine zu fliegen. Die FAA erteilte am 18. Juli US-Gesellschaften Flugverbote ,und Verbotsempfehlungen für bestimmte Staaten wie Libyen oder die Ukraine.

Häufig werden Flugverbotszonen in Kriegsgebieten eingerichtet. So sollte eine No-Fly-Zone im Irak-Krieg Anfang der Neunziger irakische Angriffe auf die Kurden unterbinden. Zwischen 1993 und 95 bestand eine solche Zone in Bosnien&Herzegowina. Und im März 2011 verhängte der UN-Sicherheitsrat ein Flugverbot über Libyen, um Luftangriffe auf zivile Ziele zu verhindern.

Viele Analysten glauben, die MH17-Tragödie hätte durch ein absolutes Flugverbot für Zivilflugzeuge vermieden werden können. Inzwischen umfliegen viele Gesellschaften das Gebiet, der Himmel über der Ostukraine ist seit dem Unglück deutlich flugzeugärmer.