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Ungarn: Denkmal sorgt für Streit

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Ungarn: Denkmal sorgt für Streit

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In der ungarischen Hauptstadt Budapest sorgt ein neues Denkmal für heftige Diskussionen. Es soll an den Beginn der Besatzung durch Nazi-Deutschland erinnern.

Im Zentrum steht ein deutscher Reichsadler, der den Erzengel Gabriel angreift, Symbol des unschuldigen Ungarns.Oppositionsparteien und jüdische Verbände kritisieren, das Denkmal klammere die ungarische Verantwortung am Holocaust aus.

Die Regierung erklärte, die angegriffene Figur symbolisiere nicht Ungarn, sondern alle Opfer des Faschismus.

“Wir verstehen den Schmerz und die Fassungslosigkeit der Menschen, die über die Existenz des Denkmals verärgert sind”, so Kanzleramtsminister János Lázár. “Daher wird es keine Einweihungszeremonie geben”

Das Denkmal wird seit seiner Fertigstellung am Wochenende von einem massiven Polizeiaufgebot bewacht.

Mehr als 450 000 Juden waren nach dem deutschen Einmarsch mit Unterstützung ungarischer Beamter deportiert worden.

Ein Mann erzählt, sein Vater sei in Russland zur Arbeit gezwungen worden. Der habe ebenfalls eine schwere Zeit durchgemacht. Das hätte auch berücksichtigt werden müssen.

Zahlreiche Gruppen protestieren bereits seit Monaten gegen das Denkmal. Ungarns Verband der jüdischen Gemeinden hatte zudem beschlossen, die von der Regierung geplanten Aktionen zum 70. Holocaust-Gedenkjahr zu boykottieren.

Der Euronews-Reporter berichtet:Verschiedene Menschenrechtsgruppen haben mitgeteilt, sie wollten ihren Protest noch bis zum Ende der Woche fortsetzen. Danach wollten sie über die künftigen Demonstrationen entscheiden.