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Die letzte Reise der Costa Concordia

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Die letzte Reise der Costa Concordia

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Einst war die Costa Concordia ein stolzes Kreuzfahrtschiff, jetzt hat sie als Wrack ihre letzte Reise angetreten.

Schiffssirenen ertönten, Kirchenglocken läuteten, als sich der Koloss langsam in Bewegung setzte. Über rund 200 Seemeilen, circa 380 Kilometer, muss die Costa Concordia von Giglio bis Genua geschleppt werden.

Ein riskantes Unterfangen, Tage unter Hochspannung, insbesondere für den leitenden Ingenieur, den Südafrikaner Nick Sloane.

“Wir müssen bis nach Genua. Für Giglio ist es ein großer Tag, aber wir müssen das Schiff nach Genua bringen. Erst wenn wir da sind, kann ich entspannen”, sagt Sloane.

Läuft alles nach Plan, dann erreicht das Wrack am Sonntag den Hafen von Genua. Dort soll das Schiff zerlegt werden.

Insgesamt schlagen die Bergungsarbeiten seit der Havarie vor zweieinhalb Jahren mit 1,5 Milliarden Euro zu Buche.

Αm Abend des 13. Januar 2012 läuft die Costa Concordia vor der italienischen Mittelmeerinsel Giglio auf einen Felsen auf und kentert. 32 Menschen sterben, 4000 werden gerettet. Eine Person wird bis heute vermisst.

Erst am Morgen nach der Kollision wird das ganze Ausmaß sichtbar. Das fast 300 Meter lange und 35 Meter breite Schiff liegt auf der Seite. Taucher suchen im Wrack nach Überlebenden, doch sie finden nur Leichen.

Um eine Ölpest zu verhindern, werden mehr als 2000 Tonnen Treibstoff abgepumpt. Fast zweieinhalb Monate nach der Havarie sind die Tanks bis auf Reste geleert.

Im September 2013 beginnt die lange Vorbereitungsphase auf den Abtransport. Das Wrack wird in einer 19-stündigen Aktion aufgerichtet und mit Hilfe einer Plattform und Schwimmcontainern stabilisiert.

In den vergangenen Tagen dann das letzte Manöver vor dem Abschleppen: Die Costa Concordia wird in Schwimmposition gehoben, jetzt geht es mit einer Geschwindigkeit von zwei Knoten (knapp vier Kilometer pro Stunde) in Richtung Genua.