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Das Kalamata-Tanz-Festival feiert den 20.

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Das Kalamata-Tanz-Festival feiert den 20.

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Seit zwei Jahrzehnten gibt es das Tanz-Festival im südgriechischen Kalamata. Es ist zu einer festen Größe in der Welt der Kultur geworden. Die Aufführungen sind immer gut besucht und oft ausverkauft. Vor allem die jüngere Generation scheint diese Feier des modernen Tanzes ins Herz geschlossen zu haben. Gerade ging die 20. Ausgabe zu Ende.

Vicky Marangopoulou, die künstlerische Leiterin: “Dieses Jahr haben wir 20 Jahre Kalamata Tanz-Festival gefeiert. Am Anfang war das ganze ein Experiment, denn wir haben eine Festival für den modernen Tanz in einer eher kleinen Stadt auf die Beine gestellt. Das griechische Publikum war seinerzeit mit dieser Kunstform nicht sonderlich vertraut.”

Badke, der Titel einer Aufführung, leitet sich vom palästinensischen Volkstanz Dabke ab. Es ist ein Ausbruch an Freude, an enormer körperlicher Ausdrucksstärke, an Solidarität gepaart mit der Suche nach dem Selbst, mit Einsamkeit in der Masse, Angst, Konflikt und dem Gefühl der Ausgeschlossenheit. Badke entstand aus der Zusammenartbeit von Mitgliedern des Royal Flemish Theatres, der belgischen Tanzgruppe Les Ballets C de la B und palästinensischen Tänzern.

Hildegard De Vuyst: “Dabke ist ein Volkstanz, der in Palästina nicht einfach nur getanzt wird, sondern die Palästinenser waren erfolgreich darin, ihn wirklich zu “ihrem” Tanz zu machen. Es ist so etwas wie ihr Nationaltanz. Man ist dabei in den Bewegungen sehr stark mit dem Boden verbunden. Es wird viel gestampft, das ganze ist sehr affirmativ, ein Gruppenereignis. Die Herausforderung für die Tänzer war es, dass wir sie einluden, ihren eigenen Beitrag für die Show zu gestalten.”

Der französische Choreograph Christian Rizzo und der türkische Tänzer Kerem Gelebek zeigen einen Beitrag, in dem es um geographisches aber auch psychologisches Exil geht. Gelebek ist allein auf der Bühne, in seinen Bewegungen mischen sich Einsamkeit, Sehnsucht und Verzweiflung.

Christian Rizzo: “Ich denke, die Partitur ist sehr durchdacht. Es ist eine Partitur für Tanz, Raum, Licht, Musik und Gegenstände. Wir bringen das alles zusammen, und das erzeugt das Projekt. Es ist ein sehr musikalisches Stück, und das auch im visuellen Sinne. Alle Elemente wie der Tanz, die Präsenz von Kerem, die Präsenz des Lichtes, all das ist sehr wichtig und auch die Szenerie ist ein Darsteller in diesem Stück.”

Kerem Gelebek: “Dies ist ein enormer Raum für mich, denn auch wenn alles detailliert vorgeschrieben ist in diesem Stück, vom Anfang bis zum Ende, spüre ich eine große Freiheit. Und jede Aufführung ist anders.”

euronews-Berichterstatter Yorgos Mitropoulos: “In den 20 Jahren dieses Festivals gab es in Kalamata 276 Aufführungen von 92 Tanzgruppen, darunter 42 aus Griechenland. Das Kalamata International Dance Festival ist, was die kulturelle Dezentralisierung angeht, das erfolgreichste Kulturevent in Griechenland.”