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Eingesperrt im Gazastreifen: Vor dem Konflikt kann keiner fliehen

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Eingesperrt im Gazastreifen: Vor dem Konflikt kann keiner fliehen

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Viele Bewohner Gazas suchen unter dem Schirm der Vereinten Nationen Unterschlupf, doch auch dort fühlen sie sich zunehmend schutzlos. Die Schulen des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge wurden in Notunterkünfte verwandelt. Doch jüngst schlugen auch in unmittelbarer Nachbarschaft der Schule im Rimal-Viertel von Gaza-Stadt Granaten ein.

Die Verunsicherung ist groß. “Würden Sie das Sicherheit nennen, in dieser Notunterkunft?”, fragt ein Mann. “Wir sind unter Beschuss. Als sie unsere Häuser beschossen, sind wir weggerannt. Als wir in dieses Camp kamen, sind sie uns gefolgt und haben uns wieder beschossen. Es gibt hier keine Sicherheit!”

Bis zu 200.000 Palästinenser sollen nach Angaben der Behörden von Gaza ihre Häuser verlassen haben und innerhalb des Gazastreifens auf der Flucht sein. Geordnete Verhältnisse sind so kaum aufrecht zu erhalten:

“Ich will ihnen zeigen wie wir leben”, ruft eine aufgebrachte Frau. “In diesem Raum sind 55 Menschen untergebracht. Schauen Sie sich diese Kinder an. Das ist nicht akzeptabel!”

Die Flüchtlinge schaffen es kaum, Raum zwischen sich und den Konflikt zu bringen. Erst am Dienstag wurde zum zweiten Mal ein Raketenlager entdeckt, das die Hamas in einem leeren Schulgebäude des UN-Hilfswerks angelegt hatte.

“Ich bete, dass die Hamas mich nicht sterben lässt”, sagt ein kleiner Junge. “Was haben wir denn getan, dass die Israelis nun unsere Häuser beschießen? Warum beschießt ihr uns? Die Israelis sollten den Widerstand beschießen, nicht mein Zuhause und meine Familie!”

Von der Flucht seien ihm noch grausame Bilder getöteter Menschen im Kopf, erzählt ein älterer Junge. “Einige Leute kümmern sich ja, aber warum tut man uns das an? Wo ist die internationale Gemeinschaft?”

euronews-Korrespondentin Valerie Gauriat: “Israel, die Hamas, Palästina, Ägypten, Obama… diesen Kindern ist das Vokabular des Krieges geläufig. Es ist schwer sich vorzustellen, dass diese Generation, mit allem was sie durchgemacht hat, einmal willens oder fähig sein wird, zum Frieden in dieser Region beizutragen.”