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Gaza: Zivilisten in Angst


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Gaza: Zivilisten in Angst

Mehr als 700 Tote gibt es seit dem Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, zweifelte am Mittwoch bei einer Sondersitzung des UNO-Menschenrechtsrates daran, dass Israel alles tue, um zivile Opfer zu vermeiden. Sie appellierte aber auch an die Hamas, Zivilisten zu schützen. Wie geht es den Menschen in Gaza? Wir haben mit unserer Korrespondentin Valérie Gauriat gesprochen.

euronews: “Wir sind jetzt mit Valérie Gauriat im Gazastreifen verbunden. Valérie, wie stark ist die Spannung in den vergangenen Tagen angesichts der israelischen Intervention?”

Gauriat: “Tatsächlich ist die Spannung hier sehr stark zu spüren, die Straßen in Gaza sind verlassen. Es ist eine Geisterstadt, die Menschen verstecken sich, sie haben Angst davor, dass die Bombardierungen noch verstärkt werden.”

euronews: “Das bedeutet, dass sich die Menschen bei sich zu Hause verkriechen, oder dort, wo sie Unterschlupf gefunden haben?”

Gauriat: “Ja, die Menschen verkriechen sich. Diejenigen, deren Häuser nicht zerstört wurden, verstecken sich zu Hause. Einige suchen Zuflucht in Treppenfluren, in den Häusern, die ihnen als Unterschlupf dienen. Andere gehen in die Unterkünfte der Uno. Die Angst ist da, Angst vor den Bomben, die jederzeit und überall fallen können.”

euronews: “Sie haben heute Morgen sehr eindrückliche Bilder gemacht, kann man von einer humanitären Katastrophe sprechen, so wie es eine hohe UNO-Funktionärin getan hat?”

Gauriat: “Sicher ist, dass der Mangel in Gaza immer schlimmer wird. Angesichts der anhaltenden Bombardierungen fehlt es an allem: Lebensmittel werden knapp, Kleidung wird knapp. Vor allem den Familien, die auf der Flucht sind, fehlt es an allem. Sie haben alles verloren, Lieferungen gibt es im Moment selten. Die Grenzen sind geschlossen, also kommt humanitäre Hilfe nur schwer herein. Der Teil der Bevölkerung, der nicht auf der Flucht ist, leidet unter Stromausfällen. In den meisten Gebäuden in Gaza-Stadt gibt es heute keinen Strom mehr. Außerdem fehlt Wasser, die Kanalisation wurde bombardiert. Da, wo sie zerstört wurde, mischt sich Trinkwasser mit Abwasser.”

euronews: “Sie haben mit vielen Familien in Gaza gesprochen. Was ist Ihr Eindruck?”

Gauriat: “Heute Morgen waren wir im Norden des Gazastreifens, also in einer sogenannten roten Zone. Dort haben wir eine Familie getroffen, deren Haus komplett zerstört wurde. Sie sind in ein Nachbarhaus gezogen. Die Verzweiflung war offensichtlich, ihre Berichte sind qualvoll. Sie wissen nicht mehr, wo sie hin sollen, was sie machen sollen. Sie wissen nicht mehr, zu wem sie beten sollen. Sie warten wirklich darauf, dass die Welt eine Lösung für diese Krise findet, die für die Einwohner von Gaza unerträglich geworden ist.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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