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MH17: 74 weitere Särge in die Niederlande überführt

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MH17: 74 weitere Särge in die Niederlande überführt

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Die sterblichen Überreste von 74 weiteren Opfern der Flugzeugkatastrophe in der Ostukraine sind in den Niederlanden eingetroffen. Sie sollen wie die bereits am Mittwoch überführten Opfer auf einer Militärbasis in Hilversum identifiziert werden. Bis Freitag sollen alle bisher geborgenen Leichen in den Niederlanden eintreffen. Die Feststellung ihrer Identität könnte Monate dauern. Zudem zeigt sich eine Woche nach dem Absturz des Passagierflugzeuges: Wahrscheinlich können die sterblichen Überreste einiger Verunglückter nicht mehr komplett geborgen werden.

Dazu Esther Naber, Sprecherin der niederländischen Polizeioperation in Charkiw: “Natürlich versuchen wir für so viele Familien wie möglich, die sterblichen Überreste ihrer Lieben wieder nach Hause zu bringen, wo immer dieses Zuhause auch sein mag. Aber wir wissen nicht, ob das gelingt. Das Problem ist, dass die Anzahl der Leichensäcke und Särge nicht unbedingt mit der Anzahl der Menschen übereinstimmt, die wir identifizieren können. Es ist traurig, aber wir haben es hier nicht nur mit ganzen Körpern, sondern auch mit einzelnen Körperteilen zu tun.”

Die Blackbox des verunglückten Fluges MH17 wird derzeit in England untersucht. Befürchtungen, dass die Separatisten in der Ostukraine den Flugschreiber manipulierten, haben sich den Experten zufolge nicht bestätigt. Lediglich der Stimmenrekorder wurde demnach beschädigt. Neben Trauer und Ärger über die angebliche russische Verwicklung in den Absturz beraten EU-Vertreter in Brüssel über weitere Sanktionen gegen Moskau. Im Gespräch sind unter anderem Handelsverbote mit Anleihen öffentlicher russischer Banken.

Unterdessen erklärte sich Russland bereit, bei den internationalen Untersuchungen zur Unglücksursache zu kooperieren, das sagte die russische Botschafterin in Malaysia, Liudmila Vorobyeyva. Man sei zufrieden, dass die Niederlande und nicht die Ukraine die Operation leiten. Zudem bestritt sie, dass Russland BUK-Flugabwehrsysteme an die Separatisten lieferte. Ein Kommandeur der Rebellen hatte zuvor angegeben, dass eine verbündete Rebellengruppe zum Zeitpunkt des Absturzes tatsächlich im Besitz von betriebsbereiten Boden-Luftraketen aus russischen Beständen gewesen. Andere Sprecher hatten das bislang abgestritten. US-Geheimdienste gehen davon aus, dass MH17 mit solch einem System abgeschossen wurde.