Eilmeldung

Eilmeldung

MH17-Absturz: Hinweise auf Abschuss verdichten sich

Sie lesen gerade:

MH17-Absturz: Hinweise auf Abschuss verdichten sich

Schriftgrösse Aa Aa

In den Niederlanden hingen die Fahnen auf Halbmast, während sich tausende Menschen bei stillen Trauermärschen im ganzen Land der Opfer des MH17-Fluges besannen. Ein Konvoy aus Leichenwagen brachte die ersten 40 Särge nach der Ankunft in Eindhoven zu einer Armeebasis in Hilversum, wo die Identifizierung erfolgen soll.

Auch technische Experten setzten ihre Ermittlungen fort. Einer britischen Expertise zufolge gibt es an einer der beiden Blackboxen keinerlei Anzeichen von Manipulation. Die andere werde noch untersucht. Das teilte die Internationale Zivilluftfahrtorganisation der Vereinten Nationen mit.

Unterdessen gab ein Separatisten-Kommandeur erstmals an, eine verbündete Rebellengruppe sei zum Zeitpunkt des Abstutzes tatsächlich im Besitz von betriebsbereiten Boden-Luft-Raketen aus russischen Beständen gewesen. Andere Sprecher hatten das bislang abgestritten.

In dem von der Nachrichtenagentur Reuters aufgezeichneten Interview beschuldigt Kommandeur Alexander Khodakovsky die ukrainischen Armee, das Unglück provoziert zu haben. Die habe den strategisch unwichtigen damaligen Standort des Raketensystems bei Saur-Mogila just in dem Moment angegriffen, in dem MH17 das Gebiet überflog. Inzwischen bestreitet Khodakovsky aber, die entsprechenden Aussagen gemacht zu haben.

Dass MH17 tatsächlich abgeschossen wurde, daran haben Experten immer weniger Zweifel. OSZE-Beobachter fanden Wrackteile, die Einschlaglöcher aufweisen. Nach Angaben unabhängiger Militärexperten seien diese von einer Beschaffenheit, wie sie beim Abschuss durch eine Rakete vom Typ SA-11 zu erwarten wären.